Wissensbase

Trading-Glossar

Alle Begriffe aus unseren Analysen, klar erklärt, mit Beispielen aus echten Setups.

Einstiegszone
Einstieg
Der Kursbereich in dem ein Setup laut technischer Analyse attraktiv ist. Innerhalb dieser Zone gilt ein potenzieller Einstieg als technisch sinnvoll bewertet, basierend auf Support-Levels, Fibonacci-Retracements und historischen Kursstrukturen.
Beispiel
Einstiegszone $143–$149 bei NVDA: In diesem Preisbereich zeigt die TA eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Kurserholung.
Zielzone
Kursziel
Der Kursbereich wohin sich eine Aktie laut technischer Projektion bewegen könnte. Basiert auf Widerstandszonen, Fibonacci-Extensions und historischen Hochs und Tiefs.
Beispiel
Zielzone $162–$168: Das technische Kursziel liegt in diesem Bereich. Beim Erreichen würde man über einen Ausstieg nachdenken.
Stop Loss
Risiko
Das Kurslevel bei dem ein Setup als technisch gescheitert gilt. Schließt der Kurs dauerhaft darunter (bei Long) oder darüber (bei Short), ist die technische These ungültig. Der Stop Loss definiert das maximale Risiko einer Position.
Beispiel
Stop Loss $138: Fällt NVDA unter $138, ist das bullische Szenario hinfällig und die Position sollte geschlossen werden.
Long
Richtung
Ein Long-Setup bedeutet: Die Analyse erwartet steigende Kurse. Man kauft die Aktie und profitiert wenn der Kurs steigt. Long ist die klassische Kauf-und-Halten Strategie.
Beispiel
Long NVDA Einstieg $143–$149 mit Ziel $162: Kauf im Einstiegsbereich, Ziel bei $162.
Short
Richtung
Ein Short-Setup bedeutet: Die Analyse erwartet fallende Kurse. Short-Positionen erfordern spezielle Instrumente wie CFDs, Optionen oder Leerverkäufe, nicht bei jedem Broker möglich.
Short-Positionen sind komplex und mit erhöhtem Risiko verbunden. Verluste können theoretisch unbegrenzt sein.
Beispiel
Short META Einstieg $620–$630 mit Ziel $580: Man profitiert wenn META fällt.
Reversal
Setup-Typ
Die Aktie dreht die bisherige Kursrichtung um. Ein bullisches Reversal bedeutet: Aus einem Abwärtstrend wird ein Aufwärtstrend. Reversal-Setups entstehen oft an wichtigen Support-Zonen oder nach übertriebenen Bewegungen.
Beispiel
TSLA Reversal-Setup: Nach längerem Abwärtstrend zeigt die TA Zeichen einer möglichen Trendwende nach oben.
Breakout
Setup-Typ
Die Aktie bricht aus einem definierten Kursbereich (Konsolidierung, Widerstand) nach oben aus. Breakouts werden idealerweise durch erhöhtes Handelsvolumen bestätigt.
Beispiel
NVDA Breakout über $155: Schließt NVDA über diesem Widerstand, aktiviert sich das Breakout-Setup mit Ziel $162.
Trend
Setup-Typ
Der bestehende Kurs-Trend setzt sich fort. Bei Trend-Setups nutzt man Rücksetzer (Pullbacks) zur 20- oder 50-Tage-MA als Einstiegspunkte in Trendrichtung.
Beispiel
META Trend-Setup: Pullback zur 50-MA bei $595 als Einstieg, Trend-Fortsetzung mit Ziel $640.
Watchlist
Status
Kein aktives Setup vorhanden. Die Aktie wird technisch beobachtet bis sich eine klare Chartstruktur ergibt. Watchlist-Aktien können jederzeit in aktive Setups übergehen.
Beispiel
SAP Watchlist: Aktuell keine klare Richtung erkennbar. Wird beobachtet.
RSI (Relative Strength Index)
Indikator
Misst wie stark eine Aktie in letzter Zeit gestiegen oder gefallen ist. Wert zwischen 0–100. Über 70 gilt als möglicherweise überkauft (kurzfristige Korrektur möglich). Unter 30 als möglicherweise überverkauft (kurzfristige Erholung möglich).
Beispiel
RSI 38.7 bei NVDA: Noch nicht überverkauft aber nähert sich dem kritischen Bereich unter 30.
MACD
Indikator
Moving Average Convergence Divergence. Zeigt ob das Kurs-Momentum bullisch oder bärisch ist. Basiert auf zwei exponentiellen Durchschnitten (12 und 26 Tage). Bullisch wenn MACD-Linie über der Signal-Linie liegt.
Beispiel
MACD Bullisch: Die schnelle Linie hat die langsame von unten gekreuzt. Positives Momentum-Signal.
Support & Widerstand
Konzept
Support: Kursbereich wo Käufer historisch stark waren und der Kurs von dort drehte. Widerstand: Kursbereich wo Verkäufer dominierten. Diese Zonen bleiben oft über lange Zeit relevant.
Beispiel
Support $191 bei NVDA: Dieser Bereich hat dreimal als Unterstützung gehalten. Starke Zone.
Potenzial %
Kennzahl
Die prozentuale Distanz vom unteren Rand der Einstiegszone zum oberen Rand der Zielzone. Zeigt das maximale Kurspotenzial des Setups bei Erreichen des oberen Ziels, ohne Gewähr.
Potenzial = (Ziel-Oberkante − Entry-Unterkante) ÷ Entry-Unterkante × 100
Beispiel
Entry ab $191, Ziel bis $265 → Potenzial ≈ 38,7%
Sharpe Ratio
Portfolio
Rendite pro Einheit Risiko: (Rendite − risikofreier Zins) ÷ Volatilität. Die wichtigste Kennzahl um Portfolios fair zu vergleichen: mehr Rendite ist nur besser, wenn sie nicht mit überproportional mehr Risiko erkauft wurde.
Sharpe = (Rendite − risikofreier Zins) ÷ Volatilität
Beispiel
Portfolio A: 10% Rendite bei 10% Vola (Sharpe 0.8) schlägt Portfolio B: 15% Rendite bei 30% Vola (Sharpe 0.43).
Volatilität
Portfolio
Die Schwankungsbreite der Renditen, annualisiert. Das Standardmaß für Risiko: Je höher die Volatilität, desto stärker schwankt der Wert deines Investments.
Beispiel
15% Vola p.a.: In ca. 2 von 3 Jahren liegt die Rendite ±15% um ihren Erwartungswert.
Max Drawdown
Portfolio
Der größte Verlust vom Höchststand bis zum Tiefpunkt im Betrachtungszeitraum. Zeigt, was du schlimmstenfalls hättest aushalten müssen: entscheidend für die Frage, ob du eine Strategie durchhältst.
Beispiel
Max Drawdown -35%: Wer am Hoch eingestiegen ist, lag zwischenzeitlich 35% im Minus.
Korrelation
Portfolio
Misst den Gleichlauf zweier Kurse von −1 bis +1. Bei +1 bewegen sie sich identisch, bei 0 unabhängig voneinander, bei −1 exakt gegenläufig. Niedrige Korrelationen sind der Kern jeder Diversifikation.
Beispiel
Tech-Aktien untereinander oft 0.6–0.8; Gold zu Aktien häufig nahe 0, deshalb stabilisiert es Portfolios.
Diversifikationsquote
Portfolio
Gewichteter Durchschnitt der Einzel-Volatilitäten geteilt durch die tatsächliche Portfolio-Volatilität. Werte deutlich über 1 zeigen: Die Mischung senkt das Risiko unter die Summe seiner Teile.
Beispiel
Quote 1.9×: Das Portfolio schwankt fast nur halb so stark wie seine Einzelwerte im Schnitt.
Minimum-Varianz-Portfolio
Portfolio
Die Gewichtung mit dem historisch geringsten Gesamtrisiko, berechnet aus Volatilitäten und Korrelationen (Kovarianzmatrix). Rein risikoorientiert: erwartete Renditen fließen bewusst nicht ein.
Beispiel
Der VAIQ Portfolio-Optimierer zeigt diese Gewichtung als Vergleich zu deiner aktuellen Aufteilung.
Risikobeitrag
Portfolio
Der Anteil einer Position am Gesamtrisiko des Portfolios. Hängt von Gewicht, eigener Volatilität und Korrelation zum Rest ab, eine 20%-Position kann 40% des Risikos stellen.
Beispiel
META mit 20% Gewicht aber 38% Risikobeitrag: der wahre Risikotreiber im Portfolio.
Fit-Score
Portfolio
VAIQ-eigene Kennzahl (0–100): Wie gut passt ein Kandidat in dein Portfolio? Kombiniert niedrige Korrelation zum Bestand (50%), Sharpe Ratio des Kandidaten (30%) und dessen VAIQ Score (20%).
Beispiel
JNJ mit Fit 80: kaum Gleichlauf mit einem Tech-Portfolio, solide eigene Qualität.
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
Bewertung
Aktienkurs geteilt durch Gewinn je Aktie. Sagt, das Wievielfache eines Jahresgewinns der Markt für die Aktie zahlt. Nur im Kontext aussagekräftig: eigene Historie, Branche, Wachstum.
Beispiel
KGV 30 bei 40% Gewinnwachstum kann günstiger sein als KGV 12 bei schrumpfenden Gewinnen.
KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis)
Bewertung
Marktkapitalisierung geteilt durch Jahresumsatz. Standard-Maß für Unternehmen mit geringen oder negativen Gewinnen: immer relativ zur Branche lesen, Software trägt strukturell höhere KUVs als Handel.
Beispiel
KUV 2 im Einzelhandel kann teuer sein, KUV 8 bei einem 30%-Wachstums-SaaS fair.
KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis)
Bewertung
Marktkapitalisierung geteilt durch operativen Cashflow. Härter als das KGV, weil Cashflows deutlich schwerer zu „gestalten“ sind als bilanzielle Gewinne.
Beispiel
KCV ≤ 10 gilt klassisch als attraktiv, ab ~30 als sportlich bewertet.
PEG Ratio
Bewertung
KGV geteilt durch Gewinnwachstum. Verhindert, dass Wachstumsaktien allein wegen hoher KGVs als „teuer“ abgestempelt werden.
PEG = KGV ÷ EPS-Wachstum in %
Beispiel
KGV 30 bei 30% Wachstum → PEG 1.0 = faire Bewertung für das gebotene Wachstum.
Marktkapitalisierung
Bewertung
Der Börsenwert des gesamten Unternehmens: Aktienkurs mal Anzahl aller ausstehenden Aktien.
Beispiel
Large Cap ab ~$10 Mrd., Mega Cap ab ~$200 Mrd.
Konsens-Schätzung (Estimates)
Bewertung
Der Durchschnitt der Prognosen aller Analysten für Umsatz oder Gewinn, die „Markterwartung“. Aktien bewegen sich weniger auf absolute Zahlen als auf Abweichungen von diesem Konsens.
Beispiel
EPS-Konsens $2.10, geliefert $2.35 → positiver „Beat“, oft Kurssprung.
TTM (Trailing Twelve Months)
Bewertung
Die letzten 12 Monate: Summe der jüngsten 4 Quartale. Aktueller als das letzte Geschäftsjahr, stabiler als ein einzelnes Quartal. VAIQ berechnet Margen und Bewertungen bevorzugt auf TTM-Basis.
CAGR
Kennzahl
Compound Annual Growth Rate: die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate über mehrere Jahre (geometrisch gemittelt). Glättet Ausreißer einzelner Jahre.
CAGR = (Endwert ÷ Startwert)^(1 ÷ Jahre) − 1
Beispiel
Umsatz von $27 Mrd. auf $216 Mrd. in 3 Jahren → CAGR 100%.
Bruttomarge
Kennzahl
Bruttogewinn geteilt durch Umsatz: was nach den direkten Herstellungskosten übrig bleibt. Der grundlegendste Indikator für Preismacht.
Beispiel
Software: oft 70–90% · Autobauer: 15–25% · Lebensmittelhandel: unter 25%.
EBIT-Marge (operative Marge)
Kennzahl
Operativer Gewinn geteilt durch Umsatz, nach allen laufenden Kosten (Personal, Marketing, Verwaltung), vor Zinsen und Steuern. Zeigt die Effizienz des Kerngeschäfts.
Beispiel
EBIT-Marge ≥35% erreichen nur strukturelle Ausnahme-Geschäftsmodelle.
EBITDA
Kennzahl
Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Nähert die operative Ertragskraft an, unabhängig von Finanzierung und Abschreibungspolitik, Standardgröße für Verschuldungs-Multiples.
Beispiel
Net Debt / EBITDA ist die gängigste Schuldenkennzahl institutioneller Investoren.
Free Cashflow (FCF)
Kennzahl
Operativer Cashflow minus Investitionen (CapEx): das Geld, das nach allem wirklich übrig bleibt, für Dividenden, Aktienrückkäufe, Übernahmen oder Schuldenabbau. Die ehrlichste Gewinngröße.
FCF = operativer Cashflow − CapEx
FCF-Marge
Kennzahl
Free Cashflow geteilt durch Umsatz. Der härteste Gradmesser der Geschäftsqualität: Wie viel von jedem Umsatz-Euro wird zu frei verfügbarem Geld?
Beispiel
Ab ~20% FCF-Marge spielt ein Unternehmen in der Top-Liga; NVIDIA erreicht ~47%.
ROIC
Kennzahl
Return on Invested Capital: operativer Gewinn nach Steuern geteilt durch das gesamte eingesetzte Kapital (Eigenkapital + Schulden). Die Lieblingskennzahl von Qualitätsinvestoren: sie zeigt, wie gut das Management Kapital verzinst.
Beispiel
Dauerhaft ROIC > 15% über den Kapitalkosten = echte wirtschaftliche Wertschöpfung.
ROE (Eigenkapitalrendite)
Kennzahl
Nettogewinn geteilt durch Eigenkapital: die Verzinsung des Aktionärskapitals. Vorsicht: Hohe Verschuldung kann den ROE künstlich aufblähen, deshalb immer zusammen mit der Eigenkapitalquote lesen.
ROA (Gesamtkapitalrendite)
Kennzahl
Nettogewinn geteilt durch Bilanzsumme: Wie produktiv arbeiten sämtliche Vermögenswerte, unabhängig von der Finanzierung? Unverzerrbarer als der ROE.
EPS (Gewinn je Aktie)
Kennzahl
Nettogewinn geteilt durch die Aktienanzahl. „Verwässert“ (diluted) rechnet zusätzlich Optionen und Wandelanleihen ein, die konservativere und übliche Variante.
Net Debt / EBITDA
Bilanz
Nettoverschuldung (Schulden minus Cash) geteilt durch EBITDA: Wie viele Jahre operativer Gewinn nötig wären, um alle Schulden zu tilgen.
Beispiel
≤1× solide · 2–3× beobachten · ≥4× Risikozone · negativ = Netto-Cash (mehr Kasse als Schulden).
Current Ratio
Bilanz
Umlaufvermögen geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten: Kann das Unternehmen seine Rechnungen der nächsten 12 Monate bezahlen?
Beispiel
<1.0 = Liquiditätsrisiko · 1.5–3.0 = gesund.
Eigenkapitalquote
Bilanz
Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme: die substanzielle Stabilität. Je höher, desto mehr Puffer in Krisen und desto geringer die Abhängigkeit von Gläubigern.
Beispiel
≥60% = Festung · <15% = dünnes Eis.
Altman Z-Score
Bilanz
Wissenschaftlich etabliertes Insolvenz-Frühwarnmodell (seit 1968) aus fünf gewichteten Bilanzkennzahlen. Im VAIQ Score wirkt ein Z-Score unter 1.8 als Kill-Switch, der den Gesamtscore deckelt.
Beispiel
<1.8 = „Distress Zone“ (erhöhte Insolvenzgefahr) · ≥3.0 = „Safe Zone“.
Piotroski F-Score
Qualität
Akademisches 9-Punkte-System: prüft im Jahresvergleich neun Signale zu Profitabilität, Verschuldung und Effizienz. Misst nicht das Niveau, sondern die Richtung der finanziellen Stärke.
Beispiel
8–9 Punkte = exzellente Entwicklung · 0–3 = klassischer Short-Kandidat.
Verwässerung & Buybacks
Qualität
Die Veränderung der Aktienanzahl pro Jahr. Neue Aktien verwässern deinen Anteil; Rückkäufe erhöhen ihn automatisch, bei gleichem Gewinn steigt dein Gewinn je Aktie.
Beispiel
Apple hat die Aktienanzahl seit 2013 um über 35% reduziert, massiver stiller Renditetreiber.
FCF-Payout (Dividenden-Sicherheit)
Qualität
Dividenden geteilt durch Free Cashflow: Wird die Dividende aus echtem Cashflow bezahlt oder aus der Substanz? Über 100% ist ein Warnsignal.
Beispiel
20–60% = Sweet Spot: sicher UND Raum für Erhöhungen.
CapEx-Quote (Capital Intensity)
Qualität
Investitionen geteilt durch operativen Cashflow: Wie viel vom verdienten Geld muss sofort wieder ins Geschäft gesteckt werden, nur um es am Laufen zu halten?
Beispiel
<10% = Asset-Light-Champion (Software) · ≥80% = Kapitalfresser (Airlines, Autobauer).
VAIQ Score
VAIQ
Unser quantitativer Qualitäts-Score von 0–100: 20 Fundamentalvariablen in 5 Sektoren (Profitabilität, Wachstum, Bilanz, Bewertung, Aktionärsqualität), wöchentlich auf TTM-Basis neu berechnet und historisiert. Fehlende Datenpunkte fließen neutral ein; ein Altman Z unter 1.8 deckelt den Score auf 39.
Beispiel
80–100 = Hervorragend (Salbeigrün) · 40–79 = Neutral · 0–39 = Kritisch.
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