Aktien bewerten mit DCF: Den inneren Wert einer Aktie berechnen
Der Preis einer Aktie steht auf dem Ticker, ihr Wert nicht. Die Discounted-Cashflow-Methode (DCF) ist der professionelle Standard, um diesen Wert zu schätzen: Sie beantwortet, was alle künftigen freien Cashflows eines Unternehmens heute wert sind. Wer sie versteht, versteht auch, warum Bewertungen so weit auseinandergehen.
Das Prinzip in vier Schritten
Schritt 1, Basis bestimmen: der aktuelle Free Cashflow je Aktie (operativer Cashflow minus Investitionen), idealerweise auf TTM-Basis, also der letzten vier Quartale.
Schritt 2, Wachstum schätzen: Wie stark wächst der Cashflow die nächsten 5 bis 10 Jahre? Hier entsteht der größte Hebel und der größte Fehler; Vergangenheitswachstum ist ein Anker, kein Versprechen.
Schritt 3, abzinsen: Künftige Euros sind weniger wert als heutige. Der Diskontsatz (üblich 8 bis 12 Prozent) bildet Risiko und Alternativrendite ab: je unsicherer das Geschäft, desto höher.
Schritt 4, Endwert: Nach der Detailperiode wird ein ewiges Restwachstum von 2 bis 3 Prozent angesetzt, mehr als das globale Wirtschaftswachstum ist auf Dauer unplausibel.
Wie man das Ergebnis benutzt (und wie nicht)
Ein DCF liefert keinen exakten Kurs, sondern eine Bandbreite: Rechne drei Szenarien (konservativ, Basis, optimistisch) und handle nur, wenn der Marktpreis deutlich unter dem konservativen Szenario liegt, das ist die Sicherheitsmarge. Liegt der faire Wert 10 Prozent über dem Kurs, ist das Rauschen; liegt er 40 Prozent darüber, wird es interessant.
Und selbst dann beantwortet der DCF nur das OB, nicht das WANN: Unterbewertete Aktien können Jahre unterbewertet bleiben. Für das Timing braucht es die technische Ebene, Einstiege an Zonen statt am Rechenmodell. Praktisch: Der DCF-Rechner von VAIQ füllt Free Cashflow je Aktie (TTM), Wachstum und Aktienzahl automatisch aus den Fundamentaldaten vor, alle Annahmen bleiben frei anpassbar und das Ergebnis zeigt die Sicherheitsmarge direkt an.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den inneren Wert einer Aktie?
Mit der DCF-Methode: den aktuellen Free Cashflow je Aktie nehmen, sein Wachstum für 5 bis 10 Jahre schätzen, alle künftigen Cashflows mit 8 bis 12 Prozent abzinsen und einen Endwert mit 2 bis 3 Prozent Restwachstum addieren. Die Summe ist der geschätzte faire Wert je Aktie, sinnvoll immer als Szenario-Bandbreite gerechnet.
Welcher Diskontsatz ist beim DCF richtig?
Üblich sind 8 bis 12 Prozent: etwa 8 bis 9 für stabile Qualitätsunternehmen, 10 für den Durchschnitt, 12 und mehr für zyklische oder junge Firmen. Der Satz bildet die geforderte Rendite ab; schon 1 Prozentpunkt Unterschied verändert den fairen Wert erheblich, deshalb immer mehrere Szenarien rechnen.
Gibt es einen kostenlosen DCF-Rechner mit echten Daten?
Ja, der DCF-Rechner auf vaiq.ai ist mit kostenlosem Account nutzbar und füllt die Ausgangswerte (Free Cashflow je Aktie auf TTM-Basis, historisches Wachstum, Aktienzahl) automatisch aus den Bilanzdaten der jeweiligen Aktie vor. Alle Annahmen lassen sich anpassen, das Ergebnis zeigt fairen Wert und Sicherheitsmarge.