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Cup and Handle: Die Tasse-mit-Henkel-Formation erkennen

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Die Cup-and-Handle-Formation, zu Deutsch Tasse mit Henkel, gehört zu den am längsten beobachteten Trendfortsetzungsmustern und wurde besonders durch den Investor William O'Neil populär. Sie entsteht über Wochen bis Monate und signalisiert, dass eine Aktie nach einer längeren Konsolidierung bereit für einen neuen Anstieg sein könnte.

Dieser Artikel erklärt den charakteristischen Aufbau der Tasse und des Henkels, wie sich das Kursziel nach dem Ausbruch berechnet, und warum diese Formation besonders häufig bei Wachstumsaktien nach einer starken vorherigen Rally auftritt.

Der Aufbau der Tasse

Die Tasse beginnt mit einem Hoch, gefolgt von einem allmählichen, U-förmigen Rückgang und einer anschließenden ebenso allmählichen Erholung zurück zum Ausgangsniveau. Wichtig ist die runde, U-förmige Bewegung, ein scharfes V-förmiges Abtauchen und sofortiges Zurückschnellen erfüllt die klassische Definition nicht in derselben Qualität.

Die Tasse bildet sich typischerweise über sieben Wochen bis mehrere Monate, kürzere Formationen gelten als weniger zuverlässig. Die Tiefe der Tasse liegt meist zwischen 15 und 35 Prozent unter dem vorherigen Hoch, deutlich tiefere Rückgänge deuten eher auf fundamentale Probleme als auf eine normale, gesunde Konsolidierung hin.

Die U-Form zeigt einen allmählichen Übergang von Verkaufsdruck zu Kaufinteresse: Am Boden der Tasse stabilisiert sich der Kurs, bevor er graduell wieder ansteigt, ein Zeichen, dass Verkäufer erschöpft sind und Käufer zunehmend die Kontrolle übernehmen.

Der Henkel: Die letzte Verschnaufpause

Nachdem der Kurs am rechten Rand der Tasse wieder das ursprüngliche Hochniveau erreicht hat, bildet sich häufig eine kurze, ähnlich einer kleinen Flagge oder einem Keil geformte Konsolidierung, der Henkel. Er entsteht durch Gewinnmitnahmen von Anlegern, die während der Tassenbildung gekauft haben.

Der Henkel sollte deutlich kürzer und flacher ausfallen als die Tasse selbst, meist eine bis zwei Wochen mit einem Rückgang von nicht mehr als 10 bis 15 Prozent vom jüngsten Hoch. Ein zu tiefer oder zu langer Henkel schwächt die Aussagekraft der gesamten Formation erheblich.

Der Ausbruch über das Hoch des Henkels, das ungefähr dem ursprünglichen Tassenhoch entspricht, gilt als das eigentliche Kaufsignal. Idealerweise geschieht dieser Ausbruch mit deutlich erhöhtem Volumen gegenüber der ruhigen Handelsspanne während Tasse und Henkel.

Kursziel und Bestätigung

Das klassische Kursziel berechnet sich aus der Tiefe der Tasse, gemessen vom Hoch bis zum tiefsten Punkt, projiziert vom Ausbruchspunkt aus dem Henkel nach oben. War die Tasse 20 Prozent tief, wird nach dem Ausbruch rechnerisch ein ähnlich großer weiterer Anstieg erwartet.

Für die Bestätigung gilt: kein Kauf allein wegen der optischen Form, sondern erst beim tatsächlichen Ausbruch über das Henkel-Hoch mit Volumenbestätigung. Viele Trader warten zusätzlich einen Tag ab, um einen Fehlausbruch (ein kurzes Überschießen ohne Substanz) auszuschließen.

Der Stopp platziert sich typischerweise am tiefsten Punkt des Henkels, da ein Rückfall unter dieses Niveau die gesamte Ausbruchsthese infrage stellt und auf eine gescheiterte Formation statt einer echten Trendfortsetzung hindeutet.

Warum diese Formation bei Wachstumsaktien beliebt ist

Cup and Handle tritt besonders häufig bei fundamental starken Wachstumsaktien auf, die nach einer starken Rally eine gesunde, notwendige Verschnaufpause einlegen, bevor sie ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Die Formation verbindet damit technische Struktur mit einer plausiblen fundamentalen Logik.

William O'Neil, der die Formation im Rahmen seiner CAN-SLIM-Methode populär machte, betonte besonders die Kombination aus dieser Chartstruktur mit fundamentaler Stärke, etwa wachsenden Gewinnen und Umsätzen während der Formationsbildung, statt die Formation isoliert zu betrachten.

Für die eigene Analyse lohnt sich deshalb, den Cup-and-Handle-Ausbruch nicht rein technisch zu handeln, sondern zusätzlich zu prüfen, ob das zugrunde liegende Unternehmen während der Konsolidierungsphase operativ stabil oder sogar besser geworden ist, etwa über die Fundamentalanalyse einer Aktie.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Cup-and-Handle-Formation typischerweise?

Die Tasse bildet sich meist über sieben Wochen bis mehrere Monate, der anschließende Henkel deutlich kürzer, meist ein bis zwei Wochen. Kürzere Tassenformationen gelten allgemein als weniger zuverlässig als länger und gleichmäßiger geformte.

Wie berechnet man das Kursziel nach einem Cup-and-Handle-Ausbruch?

Man misst die Tiefe der Tasse vom Hoch bis zum tiefsten Punkt und projiziert diese Distanz vom Ausbruchspunkt über das Henkel-Hoch nach oben. War die Tasse 20 Prozent tief, wird rechnerisch ein ähnlich großer weiterer Anstieg nach dem Ausbruch erwartet.

Was macht einen guten Henkel aus?

Der Henkel sollte deutlich kürzer und flacher sein als die Tasse selbst, meist ein bis zwei Wochen mit maximal 10 bis 15 Prozent Rückgang. Ein zu tiefer oder zu langer Henkel schwächt die Aussagekraft der Formation und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Fehlausbruchs.

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