Positionsgröße berechnen: Das Risikomanagement, das Konten rettet
Es gibt genau eine Stellschraube, die Anfänger von Überlebenden trennt, und es ist nicht die Trefferquote: Es ist die Positionsgröße. Wer sie systematisch berechnet, kann eine Serie von Fehltrades problemlos verkraften. Wer sie aus dem Bauch wählt, braucht nur eine schlechte Woche für einen Schaden, der Monate kostet.
Die Formel
Die Positionsgröße folgt aus zwei Entscheidungen: Wie viel vom Depot darf ein Trade kosten (üblich 1 bis 2 Prozent) und wo liegt die Absicherung (aus der Chartanalyse, hinter der Zone).
Formel: Positionsgröße = Depotrisiko in Euro geteilt durch Risiko je Aktie. Beispiel: 20.000 Euro Depot, 1 Prozent Risiko sind 200 Euro. Einstieg bei 50 Euro, Absicherung bei 46 Euro, also 4 Euro Risiko je Aktie. 200 geteilt durch 4 ergibt 50 Aktien, eine Position von 2.500 Euro.
Der entscheidende Effekt: Die Positionsgröße passt sich automatisch dem Setup an. Enge Absicherung nahe der Zone erlaubt eine größere Position, weite Absicherung erzwingt eine kleine. Das Risiko bleibt immer gleich: 1 Prozent, egal ob der Trade klappt oder nicht.
Die Denkfehler, die alles ruinieren
Fehler 1: Positionsgröße = Überzeugung. „Da bin ich mir sicher" ist keine Rechengröße; gerade die sichersten Trades gehen oft schief. Fehler 2: nach Verlusten vergrößern, um es zurückzuholen, so sterben Konten. Fehler 3: viele korrelierte Positionen. Fünf Halbleiter-Longs mit je 1 Prozent Risiko sind keine fünf Trades, sondern ein 5-Prozent-Trade.
Mit 1 Prozent Risiko je Trade überlebt man 10 Fehltrades in Folge mit unter 10 Prozent Drawdown, das passiert selbst guten Tradern. Mit 10 Prozent Risiko je Trade ist dasselbe Pech ein Totalschaden. Die Mathematik ist gnadenlos: Wer 50 Prozent verliert, braucht 100 Prozent Gewinn zurück. Die klar definierten Zonen in den VAIQ-Analysen liefern übrigens genau die Größe, die diese Rechnung braucht: den Abstand zwischen Einstiegszone und Invalidierungsmarke.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die richtige Positionsgröße?
Depotrisiko durch Risiko je Aktie teilen: Erst festlegen, wie viel Prozent des Depots ein Trade kosten darf (üblich 1 bis 2 Prozent), dann den Abstand zwischen Einstieg und Absicherung bestimmen. Beispiel: 200 Euro erlaubtes Risiko bei 4 Euro Stop-Abstand ergibt 50 Aktien.
Wie viel Prozent des Depots pro Trade riskieren?
1 Prozent ist der Standard für aktive Trader, 2 Prozent das Maximum für Erfahrene mit nachgewiesener Trefferquote. Damit übersteht man auch längere Verlustserien mit einstelligem Drawdown, während 5 Prozent und mehr je Trade ein Konto in einer normalen Pechsträhne halbieren können.
Was ist der Unterschied zwischen Positionsgröße und Positionsrisiko?
Das Risiko ist der mögliche Verlust bis zur Absicherung, die Größe der Gesamtwert der Position. Eine 5.000-Euro-Position mit Stop 2 Prozent unter dem Einstieg riskiert nur 100 Euro; eine 1.000-Euro-Position ohne Stop riskiert 1.000 Euro. Gesteuert wird immer über das Risiko, nie über die Größe.