Luke MichelsCorona und Modelo als Konjunktur-Test: Warum Constellation Brands heute die Berichtswoche eröffnet

Constellation Brands legt am Montag seine Quartalszahlen vor, Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 3,69 Dollar. Der Bericht gilt als erster handfester Hinweis darauf, wie belastbar die US-Konsumlaune nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht wirklich ist.
- Constellation Brands veröffentlicht am Montag Quartalszahlen, Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 3,69 Dollar
- Der Konzern steht mit Corona, Modelo und Pacifico für einen Großteil des US-Importbiermarktes
- Der Bericht fällt in eine Phase, in der der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag (nur 29.000 statt rund 85.000 erwarteter neuer Stellen) Zweifel an der Konsumkraft nährt
- Am Dienstag folgt mit McCormick der nächste Konsumgüterkonzern, Analysten erwarten dort 0,76 Dollar je Aktie
- Beide Berichte gelten als Vorboten für die eigentliche Schwergewichts-Berichtssaison, die am 12. Oktober mit JPMorgan und FedEx beginnt
Während die US-Notenbank weiter rätselt, wie belastbar die Konjunktur nach dem enttäuschenden Jobbericht noch ist, liefert heute ausgerechnet ein Bierkonzern eine der ersten handfesten Antworten. Constellation Brands, Mutterkonzern von Corona, Modelo und Pacifico, veröffentlicht am Montag seine Quartalszahlen. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 3,69 Dollar. Der Termin fällt bewusst in eine Woche, die als Stimmungstest für den US-Konsumenten taugt.
Der Grund: Kaum ein Konzern bildet die Kauflaune der amerikanischen Mittelschicht so unmittelbar ab wie einer der größten Importbier-Anbieter des Landes. Bier aus dem mittleren Preissegment gehört zu den ersten Posten, die Haushalte streichen, wenn das Budget enger wird, aber auch zu den ersten, die zurückkehren, sobald sich die Lage entspannt.
Warum ausgerechnet Bier als Konjunktur-Indikator zählt
Der Blick der Anleger richtet sich heute vor allem auf die Volumenentwicklung im Biergeschäft, das für den Löwenanteil des operativen Gewinns von Constellation steht, während der Konzern sein Wein- und Spirituosenportfolio seit Jahren verschlankt. Erst am Freitag hatte der US-Arbeitsmarktbericht gezeigt, dass im September nur 29.000 neue Stellen entstanden sind, deutlich weniger als die von Ökonomen erwarteten rund 85.000. Genau diese Diskrepanz macht die heutigen Zahlen zu mehr als einer gewöhnlichen Quartalsmeldung: Sie zeigen, ob die Kaufzurückhaltung bereits bei alltäglichen Konsumgütern ankommt oder ob sich die Nachfrage nach Markenbier bislang stabil hält.
Auftakt einer dichten Berichtswoche
Schon am Dienstag folgt mit McCormick der nächste Blick in den amerikanischen Einkaufskorb. Der Gewürzhersteller soll laut Analystenschätzung 0,76 Dollar je Aktie verdienen, auch hier geht es um die Frage, wie viel Preissetzungsmacht Konsumgüterkonzerne nach Jahren der Teuerung noch besitzen. Beide Berichte dienen letztlich als Fingerzeig für die eigentlichen Schwergewichte der Berichtssaison: Ab dem 12. Oktober legen JPMorgan und FedEx vor, zwei Konzerne, deren Zahlen Kreditvergabe und Frachtvolumen und damit die Gesamtwirtschaft weit umfassender abbilden als jeder Bierabsatz. Wer die Reaktion auf die heutigen Constellation-Zahlen richtig liest, bekommt damit einen frühen Hinweis darauf, in welcher Verfassung die US-Konsumwirtschaft in die schwergewichtige zweite Oktoberhälfte geht.
Auf vaiq.ai lassen sich die Kennzahlen der aktuellen Berichtssaison im Tagesverlauf laufend einordnen.