Luke MichelsDow sackt im Monatsvergleich ab, Nasdaq klettert: Warum sich die Wall Street zum Oktoberstart spaltet

Während der Dow Jones im September 4,3 Prozent verlor, legte der Nasdaq im selben Zeitraum 1,9 Prozent zu. Am Donnerstag zeigt sich dieselbe Spaltung erneut: Starke Micron-Zahlen treiben Tech-Werte nach oben, während steigende Anleiherenditen die Dow-Schwergewichte belasten.
- Dow Jones verliert im September 4,3 Prozent, Nasdaq gewinnt im selben Zeitraum 1,9 Prozent
- Am 1. Oktober steigt der S&P 500 (US500) um 0,58 Prozent auf 7.696 Punkte
- Treiber der Tech-Stärke: starke Micron-Zahlen sowie Kursgewinne bei Meta und AMD
- 30-jährige US-Staatsanleiherendite erreicht höchsten Stand seit 2002
- PCE-Inflation kam kühler als erwartet herein, Renditen stiegen trotzdem weiter
Zwei Indizes, zwei Welten: Während der Dow Jones den September mit einem Minus von 4,3 Prozent abschloss, legte der technologielastige Nasdaq im gleichen Zeitraum um 1,9 Prozent zu. Am Donnerstag setzte sich diese Spaltung fort. Der S&P 500 kletterte um 0,58 Prozent auf 7.696 Punkte, angetrieben von kräftigen Kursgewinnen bei Meta und AMD sowie von Zahlen des Speicherchip-Herstellers Micron, die deutlich besser ausfielen als von Analysten erwartet.
Für Anleger wirft das eine einfache Frage auf: Wie kann ein Index steigen, während sein traditionsreicher Pendant abstürzt, obwohl beide denselben Makro-Gegenwind spüren sollten?
Warum fällt der Dow, wenn die Inflation eigentlich entspannt?
Die Antwort liegt im Anleihemarkt. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte zuletzt auf den höchsten Stand seit 2002, obwohl die jüngsten Daten zum PCE-Preisindex, dem von der US-Notenbank bevorzugten Inflationsmaß, kühler ausfielen als erwartet. Das Signal ist deutlich: Nicht die Inflationserwartung allein treibt die Zinsen, sondern strukturelle Faktoren wie das wachsende Angebot an Staatsanleihen und die Sorge um die langfristige Fiskalpolitik. Genau diese Entwicklung trifft den Dow besonders hart, weil der Index stark von zinssensiblen Industrie-, Finanz- und Konsumwerten geprägt ist, deren Finanzierungskosten mit jeder Renditebewegung steigen.
Tech-Werte als Fluchtpunkt der Anleger
Der Nasdaq dagegen profitiert von einer Erzählung, die sich von der Zinsdebatte weitgehend abgekoppelt hat: dem KI-Investitionszyklus. Micron lieferte mit seinem optimistischen Ausblick auf die Nachfrage nach Speicherchips für Rechenzentren frischen Treibstoff, Meta und AMD zogen im Windschatten mit. Solange Anleger überzeugt sind, dass der Ausbau von KI-Infrastruktur weiterläuft, scheinen steigende Zinsen für diese Werte zweitrangig zu sein. Analysten warnen jedoch, dass diese Entkopplung enden könnte, sollten die Renditen weiter steigen und Tech-Bewertungen stärker unter Druck geraten.
VAIQ beobachtet beide Indizes und ihre gegenläufige Entwicklung in den kommenden Wochen genau.