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Aktien·Luke Michels

Freeport-McMoRan springt vier Prozent: Wie der schwache US-Jobbericht den Kupferpreis zum neuen Favoriten macht

Freeport-McMoRan springt vier Prozent: Wie der schwache US-Jobbericht den Kupferpreis zum neuen Favoriten macht

Während Wachstumsaktien von der Aussicht auf niedrigere Zinsen profitieren, zieht auch der größte US-Kupferkonzern kräftig an. Ein schwächerer Dollar und die ungebrochene Nachfrage aus dem Ausbau von KI-Rechenzentren treiben den Industriemetallpreis.

Das Wichtigste in Kürze
  • Freeport-McMoRan Aktie steigt 4,0 Prozent auf 72,04 Dollar [02.10.2026]
  • Auslöser ist der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom Vortag, der Zinssenkungserwartungen steigen lässt
  • Ein schwächerer Dollar macht Kupfer für Käufer außerhalb der USA günstiger und stützt den Metallpreis
  • Strukturelle Nachfrage durch KI-Rechenzentren und Stromnetzausbau verstärkt den Aufwärtsdruck zusätzlich
  • Freeport-McMoRan ist der größte börsennotierte Kupferproduzent der USA und profitiert überproportional von steigenden Preisen

Kupfer gilt seit jeher als Konjunkturbarometer, doch am Donnerstag zeigte sich das Metall von seiner widersprüchlichen Seite: Ausgerechnet ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht, der eigentlich auf eine abkühlende Wirtschaft hindeutet, trieb die Aktie von Freeport-McMoRan um 4,0 Prozent auf 72,04 Dollar nach oben. Der Grund liegt nicht im Industriezyklus, sondern im Devisenmarkt.

Schwache Beschäftigungsdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve ihre Zinsen rascher senkt als bislang eingepreist. Das drückt den Dollar, und ein schwächerer Dollar macht in Dollar gehandelte Rohstoffe wie Kupfer für Käufer mit anderen Währungen günstiger. Die Folge: steigende Nachfrage, steigender Preis, steigender Kurs des größten US-Kupferproduzenten.

Reicht der Dollar-Effekt allein aus?

Der Zinseffekt erklärt den Zeitpunkt der Bewegung, nicht aber ihre Stärke. Dahinter steht eine zweite, strukturellere Kraft: der enorme Kupferbedarf des aktuellen KI-Infrastrukturbooms. Rechenzentren, Umspannwerke und Stromnetze, die den Energiehunger neuer KI-Anlagen decken müssen, benötigen deutlich mehr Kupfer als klassische Industrieanlagen. Dieselben Unternehmen, die am Donnerstag ebenfalls zu den Tagesgewinnern zählten, etwa Betreiber von KI-Rechenzentren, sind letztlich Abnehmer genau jenes Metalls, das Freeport-McMoRan fördert.

Für den Konzern bedeutet das eine seltene Konstellation: Ein kurzfristiger geldpolitischer Rückenwind trifft auf eine langfristige, strukturelle Nachfragewelle. Beide Effekte verstärken sich gegenseitig, statt sich zu widersprechen.

Wovon die weitere Entwicklung abhängt

Ob der Schwung anhält, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Konjunkturschwäche in den kommenden Wochen bestätigt und die Fed tatsächlich schneller handelt als bisher erwartet. Bleibt der Dollar unter Druck, dürfte das nach Einschätzung von Marktbeobachtern Kupfer und damit auch Freeport-McMoRan weiter stützen, unabhängig von der grundsätzlichen Frage, wie robust die US-Wirtschaft tatsächlich noch ist.

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