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Aktien·Luke Michels

Rekord-Renditen schlagen Alarm, Wall Street feiert trotzdem: Warum Dell, Microsoft und Qualcomm zulegen

Rekord-Renditen schlagen Alarm, Wall Street feiert trotzdem: Warum Dell, Microsoft und Qualcomm zulegen

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf ein 20-Jahres-Hoch, trotzdem legten S&P 500 und Nasdaq 100 am Freitag zu. Einzelwerte wie Dell, Microsoft und Qualcomm zeigen, wie zerrissen die Reaktion der Anleger auf die Zinslandschaft ausfällt.

Das Wichtigste in Kürze
  • S&P 500 und Nasdaq 100 legten trotz eines 20-Jahres-Hochs bei den Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen um rund 0,5 Prozent zu
  • Dell verzeichnete mit einem Plus von 5,0 Prozent den stärksten Kursgewinn unter den großen Technologiewerten
  • Auch PayPal, Qualcomm und Microsoft legten deutlich zu, während Palo Alto Networks um 3,9 Prozent fiel
  • Auslöser war ein schwächer als erwarteter US-Bericht zu Auftragseingängen langlebiger Güter, der gemischte Signale zur Konjunktur sendete
  • CMC-Marktanalyst Andreas Lipkow warnte, die Sorge vor weiter steigenden Zinsen erschwere eine nachhaltige Erholung am Aktienmarkt

Eigentlich hätte es ein schlechter Tag für Aktien werden müssen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf ein 20-Jahres-Hoch, ein klassisches Warnsignal für teure Wachstumswerte. Stattdessen legten S&P 500 und Nasdaq 100 am Freitag um rund 0,5 Prozent zu, auch DAX und Euro Stoxx 50 schlossen im Plus.

Der Widerspruch löst sich auf, wenn man auf die Einzelwerte schaut. Dell sprang um 5,0 Prozent nach oben, auch PayPal, Qualcomm und Microsoft legten kräftig zu. Palo Alto Networks verlor dagegen 3,9 Prozent, ebenso gaben Innodata und BASF nach. Der Markt bewegte sich damit keineswegs geschlossen, sondern in gegensätzliche Richtungen gleichzeitig.

Was hat die Zinssorge diesmal ausgehebelt?

Auslöser für die schiefe Gemengelage war ein widersprüchlicher US-Konjunkturbericht: Die Auftragseingänge langlebiger Güter fielen schwächer aus als von Ökonomen erwartet, während die Kernaufträge ohne Rüstungs- und Flugzeugbestellungen ebenfalls hinter den Prognosen zurückblieben. Das Bild einer Konjunktur, die sich zwar nicht abrupt abkühlt, aber spürbar an Fahrt verliert, ließ Anleger zwischen Erleichterung und Vorsicht schwanken.

Genau diese Zerrissenheit brachte CMC-Marktanalyst Andreas Lipkow auf den Punkt: Bei den Anlegern regiere die Vorsicht, die Sorge vor weiter steigenden Zinsen und Anleiherenditen sei omnipräsent und erschwere eine nachhaltige Erholung am Aktienmarkt.

Wer profitiert, wenn die Zinsangst nicht verschwindet?

Die Gewinner des Tages, Dell, Microsoft, Qualcomm und PayPal, eint, dass Anleger ihnen zutrauen, höhere Finanzierungskosten aus eigener Kraft zu verkraften, sei es durch stabile Cashflows oder durch Wachstumsfantasie im KI- und Zahlungsverkehrsgeschäft. Die Verlierer dagegen, allen voran Cybersecurity-Anbieter Palo Alto Networks und der Datenspezialist Innodata, tragen Bewertungen, die empfindlicher auf steigende Diskontsätze reagieren. Solange die Zinsdebatte offen bleibt, erwarten Marktbeobachter, dass genau diese Selektion das bestimmende Muster an den Börsen bleibt, nicht die pauschale Richtung eines ganzen Index.

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