Luke MichelsStrategy meldet 21 Milliarden Dollar Quartalsgewinn, doch Bitcoin klebt unter 87.000 Dollar: Das Paradox der Krypto-Bilanzsaison

Strategy, vormals MicroStrategy, weist für das dritte Quartal einen Buchgewinn von 21 Milliarden Dollar aus und kauft weiter Bitcoin. Der Kurs selbst bleibt dennoch unter 87.000 Dollar, während binnen 24 Stunden 172 Millionen Dollar gehebelte Positionen liquidiert wurden.
- Strategy meldet für Q3 einen Buchgewinn von 21 Milliarden Dollar aus seinen Bitcoin-Beständen
- Das Unternehmen kauft trotz schwacher Kursentwicklung weiter Bitcoin zu
- Bitcoin notiert weiterhin unter der Marke von 87.000 Dollar und pendelt um 85.600 Dollar
- Binnen 24 Stunden wurden 172 Millionen Dollar gehebelte Positionen liquidiert
- Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen Netto-Abflüsse, Trader warten auf die Fed-Sitzungsprotokolle
21 Milliarden Dollar Quartalsgewinn klingt nach einer Meldung, die eine Aktie beflügeln müsste. Bei Strategy, dem früheren MicroStrategy, bewegte die Zahl den Kurs am Montag jedoch kaum, denn der Markt blickte woanders hin: auf Bitcoin selbst, der weiterhin unter der Marke von 87.000 Dollar notiert und um die 85.600 Dollar pendelt.
Der gemeldete Gewinn resultiert vor allem aus der Neubewertung der milliardenschweren Bitcoin-Bestände des Unternehmens zum aktuellen Marktpreis, nicht aus dem operativen Geschäft. Strategy hat seine Strategie, konsequent Bitcoin als Bilanzreserve aufzubauen, auch im dritten Quartal fortgesetzt und erneut zugekauft, ungeachtet der zuletzt wackligen Kursentwicklung der Kryptowährung selbst.
Warum bewegt sich der Bitcoin-Kurs kaum?
Während Strategy seine Bücher mit einem hohen Buchgewinn schmückt, zeigt sich der eigentliche Markt deutlich zurückhaltender. Der Kurs blieb am Montag unter 87.000 Dollar, und innerhalb von 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von 172 Millionen Dollar zwangsliquidiert. Parallel dazu meldeten die Spot-Bitcoin-ETFs Netto-Abflüsse, ein Hinweis darauf, dass kurzfristig orientiertes Kapital den Markt eher verlässt als neu einsteigt, obwohl das größte Bitcoin-Treasury-Unternehmen der Welt gerade einen milliardenschweren Quartalsgewinn vorgelegt hat.
Worauf wartet der Markt jetzt?
Die Zurückhaltung der Trader hat einen konkreten Grund: Sie warten auf das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung, das Hinweise auf den weiteren Zinspfad liefern soll. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegen sich auf hohem Niveau, was Risikoanlagen grundsätzlich unter Druck setzt, auch wenn Technologiewerte davon bislang kaum gebremst wurden. Für Bitcoin bedeutet dieses Umfeld, dass selbst ein hoher Quartalsgewinn eines institutionellen Großinvestors den Kurs derzeit nicht aus eigener Kraft nach oben trägt. Wer die Entwicklung von Bitcoin und verwandten Werten im Blick behalten will, findet die laufenden Kursdaten auf VAIQ.