Börsencrash: Was tun, wenn die Kurse fallen? Der Krisenplan
Irgendwann kommt er wieder: Korrekturen von 10 Prozent gibt es fast jedes Jahr, Bärenmärkte von 20 Prozent und mehr alle paar Jahre. Entscheidend ist nicht, den Crash vorherzusagen (das kann niemand zuverlässig), sondern einen Plan zu haben, BEVOR er da ist. Hier ist er.
Was man im Crash NICHT tut
Nicht am Tief kapitulieren: Die statistisch teuerste Einzelentscheidung von Privatanlegern ist der Panikverkauf nach 30 Prozent Minus, gefolgt vom Wiedereinstieg, nachdem die Erholung gelaufen ist. Die besten Börsentage folgen fast immer direkt auf die schlechtesten; wer sie verpasst, halbiert seine Langfristrendite.
Nicht blind nachkaufen: „Billig" ist im Crash keine Kategorie, es kann immer 20 Prozent billiger werden. Nachgekauft wird nach Plan an definierten Zonen (siehe unseren Buy-the-Dip-Guide), gestaffelt und nur bei Titeln, deren Geschäftsmodell vom Auslöser des Crashs nicht getroffen ist.
Nicht hebeln: Wer im Drawdown mit Hebel „schnell zurückholen" will, macht aus einer Korrektur einen Totalschaden.
Der Plan in vier Punkten
1. Vorher: Cash-Reserve und Positionsgrößen. 5 bis 15 Prozent Liquidität und gedeckelte Einzelpositionen sind der ganze Unterschied zwischen Handlungsfähigkeit und Ohnmacht.
2. Lage einordnen: Normale Korrektur (10 bis 15 Prozent, Trendstruktur im Wochenchart intakt) oder Trendbruch (relevante Unterstützungen gebrochen, tiefere Hochs)? Die Antwort bestimmt, ob man kauft oder Risiko reduziert.
3. Einkaufsliste abarbeiten: Die Qualitätstitel, die vorher zu teuer waren, mit Wunschzonen notieren und Limit-Orders staffeln. Ein Crash ist der Ausverkauf, auf den man vorbereitet gewesen sein muss.
4. Auf Bestätigung warten: Böden erkennt man an Kapitulationsvolumen, Umkehrkerzen an großen Zonen und der Rückeroberung erster Widerstände, nicht am Gefühl. Die täglichen Analysen auf VAIQ benennen genau diese Marken für über 600 Assets, auch und gerade in Korrekturphasen.
Häufige Fragen
Sollte man im Börsencrash Aktien verkaufen?
Panikverkäufe nach großen Verlusten sind statistisch die teuerste Anlegerentscheidung, die besten Erholungstage folgen direkt auf die schlechtesten. Sinnvoll ist Verkaufen nur nach Plan: wenn die ursprüngliche Kaufthese gebrochen ist oder Positionsgrößen das Risikobudget sprengen, nicht weil die Kurse rot sind.
Wann sollte man im Crash wieder kaufen?
Gestaffelt an vorher definierten Zonen statt auf einmal: Limit-Orders an großen Unterstützungen, kombiniert mit Bestätigungssignalen wie Kapitulationsvolumen, Umkehrkerzen und der Rückeroberung erster Widerstände. Niemand trifft das exakte Tief; eine Staffelung über mehrere Levels braucht das auch nicht.
Wie schützt man sein Depot vor einem Crash?
Vor allem strukturell: Positionsgrößen deckeln, über Sektoren und Asset-Klassen streuen (Gold verhält sich in Krisen anders als Tech), 5 bis 15 Prozent Cash halten und bei Trading-Positionen konsequent die Absicherungsmarken respektieren. Market-Timing als Schutzstrategie scheitert dagegen fast immer.