Die 10 wichtigsten Aktien-Kennzahlen und wie man sie richtig liest
Eine einzelne Kennzahl lügt fast immer, zehn im Zusammenspiel fast nie. Wer eine Aktie fundamental beurteilen will, braucht ein kleines, festes Set an Kennzahlen und muss wissen, wann jede einzelne in die Irre führt. Hier ist das Set, das sich in der Praxis bewährt hat.
Bewertung: Was kostet das Unternehmen?
1. KGV (Kurs/Gewinn): der Klassiker, aber blind für Schulden und Wachstum. Immer im Branchen- und Historienvergleich lesen.
2. EV/EBITDA: bezieht Schulden ein und eignet sich für den Vergleich unterschiedlich finanzierter Firmen, die Profi-Alternative zum KGV.
3. KUV (Kurs/Umsatz): für Wachstumsfirmen ohne Gewinn oft die einzige Bewertungsgröße; über 10 braucht es außergewöhnliches Wachstum als Rechtfertigung.
4. Kurs/Free-Cashflow: die ehrlichste Bewertungskennzahl, denn Cashflow lässt sich schwerer schönen als Gewinn.
Qualität und Risiko: Was bekommt man dafür?
5. Bruttomarge: zeigt Preissetzungsmacht; stabil hohe Margen sind das Kennzeichen von Burggraben-Geschäftsmodellen. 6. Nettomarge: was vom Umsatz wirklich hängen bleibt. 7. ROE/ROIC: wie effizient das Kapital arbeitet; dauerhaft über 15 Prozent ist exzellent. 8. Umsatzwachstum: ohne Wachstum ist jede Bewertung über Marktdurchschnitt fragil.
9. Verschuldung (Net Debt/EBITDA): unter 2 ist komfortabel, über 4 wird es in Zinserhöhungsphasen gefährlich. 10. Verwässerung: steigt die Aktienzahl Jahr für Jahr, gehört ein wachsender Teil der Firma nicht mehr dir.
Der Punkt ist das Zusammenspiel: Ein niedriges KGV bei schrumpfendem Umsatz ist eine Falle, ein hohes KGV bei 40 Prozent Wachstum und 25 Prozent ROIC kann günstig sein. Der VAIQ Score verdichtet genau deshalb 25 solcher Variablen in 5 Kategorien und bewertet jede relativ zum S&P 500, statt eine Kennzahl isoliert zu feiern. Alle Einzelwerte mit 6 Jahren Historie findest du auf jeder Aktienseite.
Häufige Fragen
Welche Kennzahl ist die wichtigste bei Aktien?
Es gibt keine einzelne: Am nächsten kommt der Free Cashflow im Verhältnis zum Preis, weil er am schwersten manipulierbar ist. Belastbar wird ein Urteil erst aus dem Zusammenspiel von Bewertung (EV/EBITDA, KGV), Qualität (Margen, ROIC) und Risiko (Verschuldung, Verwässerung).
Was ist besser: KGV oder EV/EBITDA?
EV/EBITDA ist die robustere Kennzahl, weil sie die Verschuldung einbezieht: Zwei Firmen mit gleichem KGV können völlig unterschiedlich riskant sein, wenn eine schuldenfrei ist und die andere hoch gehebelt. Das KGV bleibt nützlich für schnelle Vergleiche profitabler, ähnlich finanzierter Unternehmen.
Wo findet man alle Kennzahlen einer Aktie übersichtlich?
VAIQ (vaiq.ai) zeigt für über 550 Aktien alle relevanten Kennzahlen mit 6 Jahren Historie und Quartalsdetail, dazu historische Bewertungs-Multiples je Quartal und den VAIQ Score, der 25 Variablen relativ zum S&P 500 zu einer Gesamtnote verdichtet. Kurse, Charts und Fundamentaldaten sind mit kostenlosem Account frei zugänglich.