Eigenkapitalrendite (ROE) erklärt: Wie effizient ein Unternehmen arbeitet
Die Eigenkapitalrendite (englisch Return on Equity, ROE) zeigt, wie viel Gewinn ein Unternehmen im Verhältnis zu seinem Eigenkapital erwirtschaftet. Sie berechnet sich als Jahresüberschuss geteilt durch das Eigenkapital, mal 100. Ein ROE von 20 Prozent bedeutet: Auf je 100 Euro Eigenkapital erzeugt die Firma 20 Euro Gewinn. Eine hohe, stabile Eigenkapitalrendite ist ein Zeichen für ein effizientes, profitables Unternehmen.
Dieser Artikel erklärt die Kennzahl und ihre wichtigste Falle.
Was der ROE aussagt
Der ROE misst, wie gut das Management das Kapital der Eigentümer einsetzt, um Gewinn zu erzeugen. Qualitätsunternehmen weisen oft über viele Jahre eine hohe Eigenkapitalrendite aus, das deutet auf einen Wettbewerbsvorteil hin. Als grober Orientierungswert gilt ein ROE über 15 Prozent als gut, wichtiger als der einzelne Wert ist aber die Stabilität über die Zeit.
Die Falle: Verschuldung schönt den ROE
Der ROE hat eine wichtige Schwäche: Er lässt sich durch Schulden künstlich erhöhen. Nimmt ein Unternehmen viel Fremdkapital auf, sinkt das Eigenkapital im Nenner, und der ROE steigt, ohne dass die Firma operativ besser wirtschaftet. Ein sehr hoher ROE bei gleichzeitig hoher Verschuldung ist deshalb kein Qualitätssignal, sondern ein Warnzeichen. Man betrachtet den ROE nie ohne den Verschuldungsgrad.
ROE richtig einordnen
Aussagekräftig wird der ROE erst im Zusammenspiel: mit der Verschuldung (schönt Schulden den Wert?), mit dem ROIC (der die Kapitaleffizienz unabhängig von der Finanzierung misst) und im Branchenvergleich, denn verschiedene Branchen haben unterschiedliche Kapitalintensität. Ein hoher, stabiler ROE ohne übermäßige Schulden ist das Ideal.
Auf VAIQ gehört die Eigenkapitalrendite zu den Kennzahlen jeder Aktie, mit Historie, sodass sich Höhe und Stabilität des ROE auf einen Blick einordnen lassen. Die Inhalte sind Analysen und keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Eigenkapitalrendite (ROE)?
ROE = (Jahresüberschuss / Eigenkapital) × 100. Erzielt ein Unternehmen 20 Euro Gewinn je 100 Euro Eigenkapital, beträgt der ROE 20 Prozent. Er zeigt, wie effizient das Kapital der Eigentümer eingesetzt wird.
Was ist ein guter ROE-Wert?
Als grobe Orientierung gilt ein ROE über 15 Prozent als gut. Wichtiger als der einzelne Wert ist aber die Stabilität über viele Jahre und dass der hohe ROE nicht durch übermäßige Verschuldung entsteht.
Warum kann ein hoher ROE trügerisch sein?
Weil sich der ROE durch Schulden künstlich erhöhen lässt: Viel Fremdkapital senkt das Eigenkapital im Nenner und treibt den ROE, ohne dass operativ besser gewirtschaftet wird. Ein hoher ROE bei hoher Verschuldung ist deshalb ein Warnzeichen, kein Qualitätssignal.
Was ist der Unterschied zwischen ROE und ROIC?
Der ROE bezieht den Gewinn nur auf das Eigenkapital und wird durch Schulden verzerrt. Der ROIC misst die Rendite auf das gesamte investierte Kapital (Eigen- und Fremdkapital) und zeigt die Kapitaleffizienz unabhängig von der Finanzierung. Man liest beide zusammen.