Gewinn je Aktie (EPS) erklärt: Warum die Kennzahl täuschen kann
Der Gewinn je Aktie (englisch Earnings per Share, EPS) gibt an, wie viel Gewinn auf eine einzelne Aktie entfällt. Er berechnet sich als Jahresüberschuss geteilt durch die Anzahl der Aktien. Das EPS ist eine der meistbeachteten Kennzahlen, weil es die Basis für das KGV ist und das EPS-Wachstum langfristig eng mit der Kursentwicklung zusammenhängt. Doch es lässt sich beeinflussen, weshalb man genau hinschauen muss.
Dieser Artikel erklärt das EPS und seine Fallstricke.
Wie das EPS berechnet wird
Im einfachsten Fall ist das EPS der Jahresüberschuss geteilt durch die Anzahl ausstehender Aktien. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem einfachen und dem verwässerten EPS: Das verwässerte EPS berücksichtigt zusätzlich Aktien, die noch entstehen könnten (etwa durch Mitarbeiteroptionen oder Wandelanleihen). Es ist konservativer und aussagekräftiger, deshalb sollte man auf das verwässerte EPS achten.
Warum das EPS täuschen kann
Das EPS lässt sich schönen. Kauft ein Unternehmen eigene Aktien zurück, sinkt die Aktienzahl im Nenner, und das EPS steigt, auch ohne dass der Gewinn wächst. Zudem berichten Firmen oft ein „bereinigtes" (adjusted) EPS, das Sonderkosten ausklammert, das kann fair sein, aber auch schlechte Nachrichten verstecken. Man vergleicht daher das berichtete mit dem bereinigten EPS und achtet auf die Entwicklung der Aktienzahl.
EPS richtig einordnen
Das EPS liest man nie isoliert. Aussagekräftig ist das EPS-Wachstum über mehrere Jahre, idealerweise getragen von echtem Gewinnwachstum, nicht nur von Aktienrückkäufen. In Verbindung mit dem Kurs ergibt sich das KGV, und im Vergleich mit dem freien Cashflow zeigt sich, ob der bilanzielle Gewinn auch durch echte Zahlungsmittel gedeckt ist.
Auf VAIQ sind Gewinn je Aktie und seine Entwicklung mit Historie aufbereitet, neben Free Cashflow und Bewertungs-Multiples, sodass sich das EPS im Kontext einordnen lässt. Die Inhalte sind Analysen und keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Gewinn je Aktie (EPS)?
Im einfachsten Fall ist das EPS der Jahresüberschuss geteilt durch die Anzahl der Aktien. Aussagekräftiger ist das verwässerte EPS, das auch Aktien berücksichtigt, die noch entstehen könnten (etwa durch Optionen oder Wandelanleihen).
Warum kann das EPS täuschen?
Weil es sich beeinflussen lässt: Aktienrückkäufe senken die Aktienzahl und heben das EPS, auch ohne Gewinnwachstum. Zudem klammert ein bereinigtes EPS Sonderkosten aus, was schlechte Nachrichten verstecken kann. Man achtet daher auf die Aktienzahl und vergleicht berichtetes mit bereinigtem EPS.
Was ist der Unterschied zwischen EPS und bereinigtem EPS?
Das berichtete EPS folgt den Rechnungslegungsstandards. Das bereinigte (adjusted) EPS klammert Sondereffekte wie Restrukturierungskosten aus. Es kann ein klareres Bild des laufenden Geschäfts geben, aber auch dazu dienen, wiederkehrende Belastungen kleinzurechnen, deshalb vergleicht man beide.
Warum ist das EPS-Wachstum wichtig?
Weil die Kursentwicklung einer Aktie langfristig eng am Wachstum des Gewinns je Aktie hängt. Entscheidend ist, dass das EPS-Wachstum von echtem Gewinnwachstum getragen wird und nicht nur von Aktienrückkäufen, und dass es durch freien Cashflow gedeckt ist.