MACD erklärt: Signale, Divergenzen und die häufigsten Fehler
Der MACD (Moving Average Convergence Divergence) ist neben dem RSI der meistgenutzte Momentum-Indikator. Er beantwortet eine Frage: Beschleunigt der Trend oder verliert er Kraft? Richtig eingesetzt ist er ein starker Filter, falsch eingesetzt ein Signalgenerator für Verluste.
Aufbau und Signale
Der MACD besteht aus drei Elementen: der MACD-Linie (Differenz aus 12er- und 26er-EMA), der Signallinie (9er-EMA der MACD-Linie) und dem Histogramm (Abstand der beiden). Liegt die MACD-Linie über null, ist der kurzfristige Trend schneller als der langfristige, der Markt beschleunigt aufwärts.
Die drei klassischen Signale: Kreuzt die MACD-Linie die Signallinie nach oben, gewinnt das Momentum (bullisches Crossover). Der Nulllinien-Durchbruch bestätigt einen Trendwechsel. Und ein schrumpfendes Histogramm zeigt nachlassenden Schwung, oft bevor der Kurs selbst dreht.
Divergenzen und die typischen Fehler
Das stärkste MACD-Signal ist die Divergenz: neues Kurshoch bei tieferem MACD-Hoch heißt, der Anstieg läuft ohne Kraft weiter, eine Korrektur wird wahrscheinlicher. Wie beim RSI gilt: Divergenzen sind Frühwarnungen und werden erst mit der Kursbestätigung gehandelt.
Fehler 1: Crossovers in der Seitwärtsphase handeln. In Ranges produziert der MACD Dauerfeuer an Fehlsignalen, er ist ein Trend-Werkzeug. Fehler 2: den MACD als Timing-Tool benutzen. Er ist träge, weil aus gleitenden Durchschnitten gebaut; das Timing liefern Zonen und Kerzen, der MACD liefert den Rückenwind. Fehler 3: ihn isoliert lesen. Erst die Kombination aus Trendstruktur, Zone und Momentum ergibt ein Setup, so fließt der MACD auch in die Analysen und Momentum-Anzeigen auf VAIQ ein.
Häufige Fragen
Was zeigt der MACD an?
Die Beschleunigung des Trends: Er misst den Abstand zwischen einem schnellen (12) und einem langsamen (26) exponentiellen Durchschnitt. Steigender MACD heißt zunehmendes Aufwärtsmomentum, ein schrumpfendes Histogramm warnt vor nachlassendem Schwung, oft bevor der Kurs dreht.
Welche MACD-Einstellungen sind die besten?
Der Standard 12/26/9 ist für Tagescharts die richtige Wahl, weil ihn der Großteil des Markts nutzt und seine Signale dadurch selbstverstärkend wirken. Wichtiger als andere Parameter ist der richtige Einsatz: nur im Trend handeln, nicht in Seitwärtsphasen.
MACD oder RSI, was ist besser?
Sie beantworten verschiedene Fragen: Der RSI misst, wie überdehnt eine Bewegung ist, der MACD, ob der Trend beschleunigt oder ermüdet. In der Praxis ergänzen sie sich, etwa RSI für Rücksetzer-Einstiege im Trend und MACD-Divergenzen als Warnsignal am Trendende.