Versicherungsaktien analysieren: Underwriting, Kapitalanlage und Combined Ratio
Versicherungsaktien analysiert man über zwei Ertragsquellen: das eigentliche Versicherungsgeschäft (Prämien minus Schäden und Kosten, das Underwriting) und die Kapitalanlage der eingenommenen Prämien. Dazwischen liegt eine Besonderheit, der „Float": Versicherer kassieren Prämien heute und zahlen Schäden erst später, in der Zwischenzeit legen sie dieses Geld gewinnbringend an. Wer Versicherer versteht, versteht dieses Zusammenspiel.
Dieser Leitfaden zeigt die entscheidenden Kennzahlen.
Die zwei Ertragsquellen und der Float
Im Idealfall verdient ein Versicherer schon am Underwriting, wenn die Prämien höher sind als Schäden plus Kosten. Zusätzlich legt er den Float (die vorübergehend gehaltenen Prämien) an und erzielt Kapitalerträge. Steigende Zinsen erhöhen diese Erträge, weshalb Versicherer von höheren Zinsen profitieren. Das Zusammenspiel aus diszipliniertem Underwriting und solider Kapitalanlage bestimmt das Ergebnis.
Die Schlüsselkennzahl: Combined Ratio
Die Combined Ratio misst im Schaden- und Unfallgeschäft das Verhältnis von Schäden und Kosten zu den Prämien. Unter 100 Prozent ist das Versicherungsgeschäft für sich genommen profitabel, je niedriger, desto besser. Bei Lebens- und Rückversicherern kommen weitere Kennzahlen hinzu. Ein Sonderfall sind Rückversicherer, die anderen Versicherern Risiken abnehmen und stärker von Großschäden (etwa Naturkatastrophen) betroffen sind.
Dividende, Bewertung und Einstieg
Versicherer sind wegen ihrer stabilen, planbaren Cashflows beliebte Dividendenwerte. Bewertet werden sie oft über das Kurs-Buchwert-Verhältnis, die Dividendenrendite und die Solvenzquote (Kapitalstärke). Man achtet auf die Nachhaltigkeit der Dividende und plant den Einstieg über eine definierte Zone.
Auf VAIQ werden Versicherungswerte täglich analysiert, mit Fundamental-Score, Dividenden-Historie und, sofern ein Setup vorliegt, Einstiegs- und Zielzone. Die Inhalte sind Analysen und keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wie verdienen Versicherungsunternehmen Geld?
Auf zwei Wegen: am Underwriting (Prämien minus Schäden und Kosten) und an der Kapitalanlage der eingenommenen Prämien. Der sogenannte Float, vorübergehend gehaltene Prämien, wird angelegt und wirft Erträge ab. Steigende Zinsen erhöhen diese Kapitalerträge.
Was ist der Float bei Versicherern?
Der Float ist das Geld, das ein Versicherer zwischen dem Einzug der Prämien und der späteren Zahlung von Schäden hält und in der Zwischenzeit gewinnbringend anlegt. Er ist eine zentrale Ertragsquelle und ein Grund, warum Versicherer von höheren Zinsen profitieren.
Was ist die Combined Ratio?
Die Combined Ratio misst das Verhältnis von Schäden und Kosten zu den Prämien im Schaden- und Unfallgeschäft. Ein Wert unter 100 Prozent bedeutet, dass das reine Versicherungsgeschäft profitabel ist, je niedriger, desto besser.
Sind Versicherungsaktien gute Dividendenwerte?
Versicherer gelten wegen ihrer stabilen, planbaren Cashflows als beliebte Dividendenwerte. Wichtig ist, die Nachhaltigkeit der Dividende und die Kapitalstärke (Solvenzquote) zu prüfen. VAIQ (vaiq.ai) analysiert Versicherungswerte täglich mit Fundamental-Score.