Luke Michels670 Millionen Dollar in Stunden verbrannt: Wie ein Handelsstopp in Seoul den Bitcoin-Markt vor der Fed-Entscheidung erschütterte

Bitcoin hat binnen eines Tages sämtliche Gewinne der Vorwoche wieder abgegeben, ausgelöst durch einen Handelsstopp am südkoreanischen Kospi. Wenige Stunden vor einer außergewöhnlich unberechenbaren Fed-Entscheidung wurden Long-Positionen im Wert von mehr als 670 Millionen Dollar zwangsliquidiert.
- Bitcoin gibt zwischen Montag und Dienstag alle Gewinne der Vorwoche wieder ab
- Mehr als 670 Millionen Dollar an Long-Positionen wurden liquidiert
- Auslöser war laut Analysten ein Handelsstopp am südkoreanischen Kospi
- Der Kospi-Stopp belastete Risikoanlagen weltweit, nicht nur Kryptowährungen
- Die Bewegung fällt wenige Stunden vor der Fed-Entscheidung mit ungewöhnlich offenem Ausgang zusammen
Eigentlich stand Bitcoin nach einer starken Vorwoche solide da, doch innerhalb von etwas mehr als 24 Stunden zwischen Montag und Dienstag wurden sämtliche Gewinne wieder ausradiert. Der Auslöser lag dieses Mal nicht direkt an den Kryptomärkten, sondern kam aus Südkorea: Ein Handelsstopp am dortigen Leitindex Kospi sorgte für einen Schock, der sich rasch auf Risikoanlagen weltweit ausbreitete.
Die Folge war eine der größten Liquidationswellen der vergangenen Wochen. Mehr als 670 Millionen Dollar an gehebelten Long-Positionen wurden binnen kurzer Zeit zwangsweise glattgestellt, weil Anleger auf fallende statt steigende Kurse nicht vorbereitet waren. Solche Kaskaden verstärken Kursbewegungen zusätzlich, da automatisierte Nachschussforderungen weitere Verkäufe auslösen.
Warum ausgerechnet Südkorea den Krypto-Markt trifft
Der Kospi zählt zu den wichtigsten Barometern für die Risikobereitschaft asiatischer Investoren, ein Handelsstopp dort wird von globalen Marktteilnehmern als Warnsignal gelesen. Weil Kryptowährungen rund um die Uhr gehandelt werden und stark auf allgemeine Risikostimmung reagieren, geriet Bitcoin in den Sog der Verunsicherung, obwohl der eigentliche Auslöser nichts mit Digitalwährungen zu tun hatte.
Der Zeitpunkt macht es brisant
Besonders unglücklich ist das Timing: Die Liquidationswelle rollte nur wenige Stunden vor der heutigen Fed-Entscheidung durch den Markt, bei der laut Marktbeobachtern trotz überwiegender Erwartung unveränderter Zinsen auch eine überraschende Anhebung nicht ausgeschlossen wird. Diese Kombination aus einem externen Schock und einer ohnehin schon extrem unsicheren geldpolitischen Lage hat viele gehebelte Positionen in kürzester Zeit unhaltbar gemacht. Analysten erwarten, dass sich Bitcoin nach der Fed-Entscheidung stabilisieren könnte, sofern die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs für die kommenden Monate klar beschreibt. Auf vaiq.ai lässt sich die Entwicklung von Bitcoin und anderen Kryptowerten laufend verfolgen.