Luke MichelsHome Depot übertrifft die Erwartungen: Wie der Baumarktriese die Konsumflaute widerlegt

Trotz wochenlanger Sorgen über schwache US-Konsumausgaben hat Home Depot mit 4,92 Dollar Gewinn pro Aktie die Schätzungen der Analysten übertroffen. Die Aktie legte daraufhin zu, und die Zahlen setzen nun die Messlatte für Walmarts Bericht am 20. August.
- Home Depot meldete am 18. August ein EPS von 4,92 Dollar, 4 Prozent über der Konsensschätzung von 4,73 Dollar
- Die Aktie legte rund 2 Prozent zu, der Börsenwert liegt bei etwa 350 Milliarden Dollar
- Die Zahlen kamen inmitten anhaltender Sorgen über schwache US-Konsumausgaben und hohe Finanzierungskosten für Häuser
- Das Ergebnis gilt als Frühindikator für die gesamte Baumarkt- und Heimwerkerbranche
- Walmart legt am 20. August eigene Zahlen vor, Investoren suchen nach Bestätigung des Trends
Wochenlang hatten Analysten vor einer Konsumflaute in den USA gewarnt: hohe Zinsen, teure Hypotheken und ein zurückhaltender Häusermarkt sollten eigentlich auch den größten Baumarktkonzern der Welt treffen. Am 18. August hat Home Depot diese Erwartung widerlegt. Der Konzern meldete einen Gewinn von 4,92 Dollar pro Aktie, rund 4 Prozent über der Analystenschätzung von 4,73 Dollar. Die Aktie reagierte mit einem Kursplus von etwa 2 Prozent.
Woher kommt die Stärke trotz Kaufzurückhaltung?
Die Überraschung wiegt deshalb schwer, weil Home Depot als einer der zuverlässigsten Frühindikatoren für die Stimmung amerikanischer Hausbesitzer gilt. Wer bei laufenden Renovierungsprojekten spart, tut das meist zuerst hier. Dass der Konzern die Erwartungen trotzdem übertraf, deutet darauf hin, dass professionelle Handwerkskunden und größere Umbauprojekte robuster bleiben als die reine Schlagzeile über schwache Konsumlaune vermuten lässt. Für Beobachter ist das ein wichtiges Signal: Die vielfach befürchtete breite Konsumschwäche zeigt sich zumindest bei Home Depot bislang nicht in den Zahlen.
Was bedeutet das für den Rest der Branche?
Die Kursreaktion zeigt, wie sehr der Markt auf jedes Detail aus dem Einzelhandel achtet, seit die Debatte über die Kaufkraft der US-Verbraucher die Runde macht. Ein Ergebnis, das die Erwartungen übertrifft, wird in diesem Umfeld überproportional honoriert. Am 20. August folgt mit Walmart der nächste Schwergewicht-Report, und die Messlatte liegt nun höher: Bleibt auch dort die befürchtete Schwäche aus, würde sich laut Marktbeobachtern das Bild eines widerstandsfähigeren US-Konsumenten weiter verdichten. Bleibt sie aus, wird die Frage lauten, ob Home Depots Stärke eher ein Einzelfall der Baumarktbranche war. VAIQ beobachtet, wie sich diese Erwartungshaltung in den kommenden Handelstagen in den Kursen der großen Einzelhändler niederschlägt.