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Krypto·Luke Michels

Bitcoin im Bärenmarkt: Warum Kryptowährungen der Aktienrally nicht folgen

Bitcoin im Bärenmarkt: Warum Kryptowährungen der Aktienrally nicht folgen

Während Chipwerte an der Wall Street feiern, fällt Bitcoin auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Die Divergenz zwischen boomenden Tech-Aktien und schwächelnden Kryptowährungen wirft die Frage auf, wie lange der Krypto-Bärenmarkt noch anhält.

Das Wichtigste in Kürze
  • Bitcoin notiert unter 60.000 US-Dollar, der tiefste Stand seit Oktober 2024
  • Auslöser sind die Eskalation im Nahost-Konflikt zwischen Israel und Iran sowie die Fed-Protokolle vom Juni-Meeting mit wachsenden Inflationssorgen
  • Analysten warnen vor einer länger anhaltenden Schwächephase, ohne einen konkreten Zeithorizont zu nennen
  • Deutliche Divergenz zu Aktienmärkten, die von einer Chip-Rally getragen werden
  • Fed-Zinsunsicherheit und geopolitisches Risiko belasten Risikoanlagen wie Krypto stärker als Aktien

Während der Nasdaq am Donnerstag um über ein Prozent zulegte und Halbleiterwerte reihenweise zweistellige Tagesgewinne verbuchten, bewegte sich Bitcoin in die entgegengesetzte Richtung. Die älteste Kryptowährung notiert unter der Marke von 60.000 US-Dollar, den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Auslöser der Talfahrt sind die Eskalation im Nahost-Konflikt zwischen Israel und Iran sowie die veröffentlichten Fed-Protokolle vom Juni-Meeting, die wachsende Sorgen der Notenbanker um die Inflation offenbarten.

Die Diskrepanz zu den Aktienmärkten ist auffällig: Dort sorgten fallende Ölpreise und starke Chip-Zahlen für Erleichterung, hier setzt sich der Abwärtstrend praktisch ungebremst fort.

Warum trifft die Krise Bitcoin härter als Aktien?

Ein zentraler Grund liegt in der Risikoeinstufung von Kryptowährungen selbst. Bitcoin gilt trotz gelegentlicher Vergleiche mit Gold nicht als klassischer sicherer Hafen, sondern als hochvolatiles Risikoasset, das in Phasen geopolitischer Unsicherheit und geldpolitischer Zurückhaltung tendenziell zuerst verkauft wird. Die Fed-Protokolle zeigen zwar nur vereinzelte Stimmen für eine baldige Zinserhöhung, doch die wachsende Sorge der Notenbanker um die Inflation reicht offenbar aus, um Kapital aus spekulativen Anlagen abzuziehen.

Hinzu kommt die Iran-Eskalation: Anders als bei Chipaktien, die von einer eigenständigen Nachfragestory profitieren, fehlt Bitcoin aktuell ein vergleichbarer fundamentaler Gegenpol, der die makroökonomische und geopolitische Unsicherheit ausgleichen könnte.

Wie lange könnte die Talfahrt noch dauern?

Marktbeobachter rechnen damit, dass sich der Bärenmarkt noch länger fortsetzen könnte, ohne einen konkreten Zeithorizont zu benennen. Eine belastbare Trendwende würde nach dieser Einschätzung entweder eine deutliche Entspannung im Nahost-Konflikt oder ein klareres Signal der Fed zur Zinspolitik voraussetzen. Bis dahin dürfte Bitcoin von den Impulsen, die derzeit die Aktienmärkte stützen, weitgehend abgekoppelt bleiben. Historisch haben sich vergleichbare Kursrückgänge bei Bitcoin in der Vergangenheit wiederholt aufgelöst, ein verlässlicher Zeitpunkt für eine Erholung lässt sich derzeit jedoch nicht seriös vorhersagen. Wer die Entwicklung einzelner Kryptowerte im Detail verfolgen möchte, findet auf VAIQ entsprechende Auswertungen zu den größten Marktbewegungen des Tages.

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