Luke MichelsBristol-Myers Squibb übertrifft die Erwartungen um 27 Prozent: Was der Gewinnsprung über die Zeit nach dem Patentkliff verrät

Bristol-Myers Squibb hat einen Gewinn je Aktie von 2,04 Dollar ausgewiesen, fast 28 Prozent mehr als die Analystenschätzung von 1,60 Dollar. Die Überraschung wirft ein neues Licht auf die Frage, ob der Pharmakonzern den Übergang nach dem Auslaufen zentraler Patente schneller bewältigt als bislang angenommen.
- Bristol-Myers Squibb meldet EPS von 2,04 Dollar gegenüber erwarteten 1,60 Dollar, ein Plus von 27,5 Prozent
- Der Konzern befindet sich seit Jahren im Übergang weg von auslaufenden Blockbuster-Patenten wie Eliquis und Revlimid
- Die Bewertung von rund 115 Milliarden Dollar spiegelt laut Analysten bislang eine skeptische Einschätzung der Wachstumsaussichten wider
- Analysten werten eine Abweichung von der Konsensschätzung dieser Größenordnung häufig als Hinweis auf strukturelle Verschiebungen im Geschäft
- Im Fokus steht nun, ob sich die Überraschung auch in nachgeschärften Jahreszielen niederschlägt
Bristol-Myers Squibb hat am Donnerstag einen Gewinn je Aktie von 2,04 Dollar ausgewiesen, fast 28 Prozent mehr als die von Analysten erwartete 1,60 Dollar. Für einen der großen Pharmakonzerne der Welt ist das eine ungewöhnlich deutliche Überraschung, denn Bristol-Myers Squibb steckt seit Jahren mitten im schwierigsten Übergang seiner jüngeren Geschichte.
Die Patente für zentrale Umsatzträger wie den Blutverdünner Eliquis und das Krebsmittel Revlimid laufen aus oder sind bereits ausgelaufen, und Generika drängen in die frei gewordenen Märkte. Dieses sogenannte Patentkliff, der Umsatzeinbruch durch auslaufende Patente, gilt in der Branche als eine der größten Belastungen für etablierte Pharmakonzerne. Genau in diesem Umfeld hat Bristol-Myers Squibb nun einen Gewinnsprung geliefert, der deutlich über dem lag, was die Wall Street im Vorfeld eingepreist hatte.
Wächst das neue Portfolio schneller als der alte Umsatz schwindet?
Der Gewinnsprung deutet aus Sicht von Marktbeobachtern darauf hin, dass die neueren Präparate im Portfolio des Konzerns inzwischen einen größeren Teil des Umsatzausfalls kompensieren, als die Wall Street im Vorfeld unterstellt hatte. Mit einem Börsenwert von rund 115 Milliarden Dollar bewegt sich Bristol-Myers Squibb weiterhin auf einem Niveau, das nach Einschätzung von Analysten die anhaltende Skepsis gegenüber den Wachstumsaussichten des Konzerns widerspiegelt.
Warum die Zahl mehr ist als eine reine Übertreffungsstory
Analysten werten eine Abweichung von der Konsensschätzung in dieser Größenordnung häufig als Hinweis auf strukturelle Verschiebungen im Geschäft und nicht als einmaligen Ausrutscher in den Schätzungen. Für die kommenden Quartale rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob Bristol-Myers Squibb den Übergang von den auslaufenden Blockbustern zu neueren Wirkstoffen schneller schafft, als der Markt bislang angenommen hatte, und ob sich das auch in den offiziellen Jahreszielen niederschlägt, die Konzerne nach Zahlen wie diesen typischerweise nachschärfen. Auf VAIQ lässt sich verfolgen, wie sich die Konsensschätzungen für Bristol-Myers Squibb nach diesem Quartal verändern.