Luke MichelsDAX rutscht unter 25.000 Punkte: Vierter US-Schlag gegen Iran treibt Ölpreise nach oben

Der deutsche Leitindex startet mit Verlusten in die Woche, nachdem das US-Militär binnen sieben Tagen zum vierten Mal iranische Ziele angegriffen hat. Teheran erklärt die Straße von Hormus für geschlossen, Washington widerspricht, die Ölpreise steigen um vier Prozent.
- DAX fällt zum Wochenstart unter die Marke von 25.000 Punkten
- Viertes US-Militärschlag gegen den Iran innerhalb einer Woche
- Iran erklärt Straße von Hormus für geschlossen, USA widersprechen
- Brent steigt um 4 Prozent auf 79,06 Dollar, WTI um 4,2 Prozent auf 74,39 Dollar
- Asiens Börsen brechen deutlich ein, Schweizer SMI zeigt sich vergleichsweise robust
Der deutsche Leitindex DAX ist zum Wochenstart unter die Marke von 25.000 Punkten gerutscht. Auslöser ist die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran: Innerhalb einer Woche griff das US-Militär nach eigenen Angaben bereits zum vierten Mal iranische Ziele an. Teheran reagierte mit der Ankündigung, die Straße von Hormus für die Schifffahrt zu schließen, eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Washington widerspricht dieser Darstellung und erklärt, die Meerenge sei weiterhin befahrbar.
Diese Unsicherheit über den tatsächlichen Zustand der Wasserstraße treibt am Montagmorgen die Ölpreise deutlich nach oben. Die europäische Referenzsorte Brent kostete 79,06 Dollar je Barrel, ein Plus von 4 Prozent gegenüber Freitag. Die US-Ölsorte WTI, kurz für West Texas Intermediate, zog um 4,2 Prozent auf 74,39 Dollar an. Schon die Drohung einer möglichen Blockade reicht offenbar aus, um an den Ölmärkten Risikoprämien einzupreisen, unabhängig davon, ob am Ende tatsächlich ein Tanker aufgehalten wird.
Warum trifft es Asien härter als Europa?
Die Reaktion an den Börsen fällt regional unterschiedlich stark aus. Die Leitindizes in Tokio und Shanghai gaben am Montag deutlich nach. Asiatische Volkswirtschaften reagieren traditionell empfindlicher auf Ölpreisschocks, da viele Länder der Region stark von Energieimporten abhängen und exportorientierte Industrien schnell unter steigenden Frachtkosten leiden.
Wie reagiert die Schweiz?
In der Schweiz fällt die Reaktion gedämpfter aus. Der Swiss Market Index gab laut Berechnungen von Julius Bär am Morgen nur leicht nach, wobei vor allem Bauwerte unter Druck standen, während defensive Schwergewichte für Stabilität sorgten. Analysten der Zürcher Kantonalbank kommentierten, die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sei damit endgültig zerbrochen. Nach Einschätzung der Zürcher Kantonalbank dürfte sich die Nervosität an den Märkten fortsetzen, solange unklar bleibt, ob die Straße von Hormus tatsächlich befahrbar bleibt.