Luke MichelsGold klettert auf 4141 Dollar: Warum der sichere Hafen trotz teurem Öl glänzt

Während die Ölpreise wegen der Nahost-Eskalation weiter steigen, zieht auch Gold kräftig an und markiert den höchsten Stand seit dem 7. Juli. Auslöser sind ausgeweitete US-Luftangriffe auf den Iran und neue Attacken der Huthi-Milizen auf saudische Tanker.
- Gold steigt in London auf 4115 Dollar, Plus 36 Dollar gegenüber Vortag
- Zeitweise Anstieg bis auf 4141 Dollar, höchster Stand seit 7. Juli
- US-Luftwaffe weitet Angriffe auf Ziele im Iran aus, erstmals Treffer nahe Tabriz
- Trump droht mit Bombardierung von Brücken und Kraftwerken im Iran
- Huthi-Angriff auf zwei saudische Tanker im Roten Meer verschärft Lage zusätzlich
Während an den Ölmärkten die Preise wegen der Eskalation im Nahen Osten weiter steigen, klettert auch der Goldpreis munter mit nach oben, ein auf den ersten Blick ungewöhnliches Muster. In London kostete eine Feinunze am Mittwoch 4115 US-Dollar, ein Plus von 36 Dollar gegenüber dem Vortag. Zeitweise erreichte der Preis sogar 4141 Dollar, den höchsten Stand seit dem 7. Juli.
Normalerweise drücken steigende Ölpreise über die Inflationserwartungen auf die Realrenditen und könnten Gold damit sowohl stützen als auch belasten. Aktuell überwiegt jedoch eindeutig ein anderer Effekt.
Wie kann Gold steigen, wenn Öl explodiert?
Der Anstieg zeigt, dass Anleger derzeit weniger auf das klassische Zinsargument schauen als auf die schlichte Frage nach Sicherheit. Je unsicherer die geopolitische Lage, desto stärker fließt Kapital in den historisch bewährten sicheren Hafen, unabhängig davon, was das für kurzfristige Zinserwartungen bedeutet. Gold und Öl steigen damit derzeit im Gleichschritt, weil beide auf dieselbe Ursache reagieren: die Eskalation zwischen den USA und dem Iran.
Der Auslöser: Eskalation zwischen USA und Iran
Die US-Luftwaffe hat ihre Angriffe auf Ziele im Iran ausgeweitet und traf am Mittwoch erstmals seit der Verschärfung des Konflikts vor zwei Wochen eine militärische Anlage nahe Tabriz. US-Präsident Trump drohte zusätzlich damit, künftig auch Brücken und Kraftwerke im Iran zu bombardieren, sollte Teheran weiter Schiffe in der Straße von Hormus angreifen. Verschärft wurde die Lage zusätzlich durch Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Milizen auf zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer, die die Sorge vor einer noch tieferen Störung der globalen Energieversorgung befeuerten.
Was das für Anleger bedeutet
Für den Goldmarkt bleibt damit vorerst die geopolitische Nachrichtenlage der entscheidende Taktgeber, nicht die Zinserwartungen der Notenbanken. Die aktuelle Entwicklung von Gold und Öl lässt sich auf vaiq.ai laufend nachverfolgen.