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Edelmetalle·Luke Michels

Gold verliert binnen Stunden 470 Milliarden Dollar Marktwert: Wie explodierende US-Renditen den sicheren Hafen erschüttern

Gold verliert binnen Stunden 470 Milliarden Dollar Marktwert: Wie explodierende US-Renditen den sicheren Hafen erschüttern

Gold und Silber starten die Woche mit einem harten Rücksetzer, der Goldpreis fällt im Tagesverlauf um mehr als 2 Prozent, Silber sogar um über 3,5 Prozent. Auslöser ist ein Sprung der US-Anleiherenditen auf ein Fast-Zwei-Dekaden-Hoch, der die Edelmetalle ausgerechnet dann trifft, wenn eigentlich Krisenangst herrschen müsste.

Das Wichtigste in Kürze
  • Gold fällt im Tagesverlauf um 2,11 Prozent auf 4.197,40 Dollar, Silber um 3,59 Prozent auf 62,47 Dollar
  • Der Goldmarkt verliert binnen weniger Handelsstunden rund 470 Milliarden Dollar an Wert, auch Silber gibt spürbar nach
  • Auslöser ist ein Sprung der zehnjährigen US-Rendite auf ein Fast-Zwei-Dekaden-Hoch, begleitet von einem stärkeren Dollar
  • Hintergrund ist der Iran-USA-Stillstand, der den Ölpreis treibt und die Markterwartung einer Fed-Zinserhöhung im Oktober verstärkt
  • Auch Bitcoin gibt am Montag nach, eine Rotation in klassische sichere Häfen bleibt aus

Eigentlich ist genau das die Konstellation, in der Gold glänzen sollte: ein ungelöster Konflikt zwischen den USA und dem Iran, ein Ölpreis, der zeitweise um mehr als 4 Prozent springt, Nervosität an den Aktienmärkten. Stattdessen bricht der Goldpreis am Montag im Tagesverlauf um 2,11 Prozent auf 4.197,40 Dollar ein, Silber verliert sogar 3,59 Prozent auf 62,47 Dollar. Binnen weniger Handelsstunden verliert der Goldmarkt nach Berechnungen von Marktbeobachtern rund 470 Milliarden Dollar an Wert, auch der deutlich kleinere Silbermarkt gibt spürbar nach.

Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch liegt nicht im Nahen Osten, sondern am US-Anleihemarkt. Die zehnjährige Rendite erreicht laut Bloomberg ein Fast-Zwei-Dekaden-Hoch, der Dollar legt gleichzeitig zu. Für zinslose Edelmetalle wie Gold und Silber ist das Gift, denn je höher die Verzinsung von Staatsanleihen ausfällt, desto teurer wird es, Kapital stattdessen in einem Metall zu parken, das keine Zinsen abwirft.

Wie passt der Öl-Schock zu steigenden Renditen?

Der Zusammenhang ist indirekt, aber klar nachvollziehbar. Der Stillstand zwischen den USA und dem Iran treibt den Ölpreis, was Inflationssorgen nährt. Diese Sorgen verstärken die Markterwartung, dass die Federal Reserve im Oktober erneut an der Zinsschraube dreht, auch wenn eine solche Entscheidung bislang nicht feststeht. Genau diese Erwartung ist es, die die Anleiherenditen nach oben treibt und dem Gold den Boden entzieht.

Auffällig ist, dass auch Bitcoin am Montag keine Zuflucht bietet, die Kryptowährung gibt parallel nach. Wenn selbst zwei traditionell gegensätzliche Anlageklassen wie Gold und Bitcoin gleichzeitig fallen, zeigt das, wie dominant der Zinstreiber derzeit über geopolitische Risiken hinweg wirkt.

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