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Indizes·Luke Michels

Kospi verliert fünf Prozent trotz Ölpreis-Absturz: Warum Asiens Börsen der Erleichterungsrallye nicht folgen

Kospi verliert fünf Prozent trotz Ölpreis-Absturz: Warum Asiens Börsen der Erleichterungsrallye nicht folgen

Während DAX und ATX auf Rekordkurs gehen, rutscht der südkoreanische Kospi um knapp fünf Prozent ab, auch der Nikkei gibt nach. Die fallenden Ölpreise, eigentlich ein Segen für ölimportierende Volkswirtschaften, verfehlen in Ostasien ihre stützende Wirkung.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kospi rutscht um knapp fünf Prozent ab, Nikkei gibt ebenfalls nach
  • Auslöser der globalen Bewegung: Trump sagt geplanten Großangriff auf Iran ab, neue Gespräche für Montagnachmittag angesetzt
  • Ölpreise brechen deutlich ein, WTI und Brent verlieren zeitweise stark
  • Anders als DAX, ATX und US-Indizes profitieren asiatische Börsen kaum von den fallenden Ölpreisen
  • Gemeinsame BoJ-Fed-Intervention stärkt den Yen und verstärkt Wechselkursvolatilität in der Region zusätzlich

Fallende Ölpreise sollten für ölimportierende Volkswirtschaften wie Südkorea und Japan eigentlich eine gute Nachricht sein, niedrigere Energiekosten stützen Unternehmensmargen und Konsum. Am Montag zeigt sich in Ostasien jedoch das Gegenteil: Der Kospi rutscht um knapp fünf Prozent ab, auch der Nikkei gibt nach, während DAX und ATX zur gleichen Zeit auf Rekordkurs gehen.

Der gemeinsame Auslöser für die globale Bewegung ist derselbe: Trump hat den für Montag geplanten Großangriff auf den Iran vorerst abgesagt, um neuen Verhandlungen eine Chance zu geben. Die Gespräche sollen am Nachmittag stattfinden. In Europa wirkt diese Entwicklung wie ein Befreiungsschlag, in Ostasien verpufft sie.

Ölpreise brechen ein, doch Asien bleibt unbeeindruckt

Die US-Ölsorte WTI verliert im Anschluss an die Ankündigung zeitweise sechs Prozent, die Nordseesorte Brent gibt mehr als fünf Prozent ab. Für Europas Indizes wirkt der Rückgang stimmungsstützend, weil niedrigere Energiepreise Kosten für Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen senken.

In Ostasien bleibt dieser Effekt weitgehend aus, weil eine zweite Nachricht desselben Tages die eigentlich positive Wirkung überlagert.

Der Yen als zusätzlicher Unruhefaktor

Bank of Japan und Federal Reserve intervenieren am selben Tag gemeinsam am Devisenmarkt und stärken den Yen auf ein Niveau von 156 zum Dollar. Ein plötzlich fester Yen verändert die Wettbewerbsdynamik zwischen japanischen und südkoreanischen Exportfirmen und sorgt für zusätzliche Nervosität an beiden Handelsplätzen, weil die Bewegung unangekündigt kam und Kalkulationen exportorientierter Unternehmen kurzfristig durcheinanderwirbelt.

Die Episode zeigt, wie unterschiedlich ein und derselbe geopolitische Auslöser regional wirken kann. Während westliche Indizes die Iran-Entspannung vor allem über sinkende Energiekosten honorieren, überlagert in Ostasien die Währungsintervention die eigentlich positive Ölnachricht. Eine globale Schlagzeile erzeugt damit nicht automatisch eine globale Kursreaktion, lokale Faktoren wie Wechselkurspolitik können die Wirkung eines internationalen Ereignisses deutlich verändern.

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