Luke MichelsTrotz Rekord-iPhone-Umsatz: Warum die Apple-Aktie um mehr als 7 Prozent abstürzt

Apple übertraf beim iPhone-Umsatz die Erwartungen deutlich und legte insgesamt solide Zahlen vor. Trotzdem verlor die Aktie mehr als 7 Prozent, weil ein einzelnes Segment die guten Nachrichten überschattet.
- iPhone-Umsatz stieg um 22 Prozent, über den Erwartungen der Analysten
- Gesamtumsatz von Apple übertraf die Prognosen
- Das Servicesegment blieb hinter den Erwartungen zurück
- Die Aktie fiel trotz starker Kernzahlen um mehr als 7 Prozent
- Anleger sorgen sich um das margenstarke Wachstumssegment Dienste
Auf den ersten Blick lieferte Apple genau die Zahlen, die sich Anleger gewünscht hatten: Der iPhone-Umsatz legte um 22 Prozent zu und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich, auch der Gesamtumsatz des Konzerns lag über den Prognosen. Und doch verlor die Aktie am Freitag, dem Tag der aktuellen Quartalszahlen, mehr als 7 Prozent, ein Kursrutsch, der zunächst wenig zu den vermeldeten Erfolgen passen will.
Der Widerspruch löst sich bei einem Blick unter die Oberfläche auf: Nicht das iPhone-Geschäft war das Problem, sondern eine Schwäche im Servicesegment, die die soliden Kernzahlen komplett überschattete.
Warum wiegt die Services-Schwäche schwerer als das starke iPhone-Geschäft?
Für Apple sind Dienste wie App Store, Werbung, Apple Music oder iCloud längst mehr als ein Nebengeschäft. Sie gelten als der margenstärkste und am schnellsten wachsende Teil des Konzerns und liefern den Beweis dafür, dass Apple aus seiner riesigen installierten Nutzerbasis dauerhaft Zusatzumsatz ziehen kann, unabhängig davon, wie viele neue iPhones verkauft werden.
Bleibt genau dieses Segment hinter den Erwartungen zurück, wird aus einer guten Quartalsmeldung schnell eine besorgniserregende. Anleger lesen daraus, dass die Story vom margenstarken Servicewachstum ins Stocken geraten könnte, während das Hardwaregeschäft naturgemäß zyklischer und margenschwächer bleibt.
Was heißt das für die kommenden Quartale?
Solange die Dienste-Sparte nicht wieder an Fahrt gewinnt, dürfte der Markt starke Hardwarezahlen künftig kritischer bewerten als in der Vergangenheit. Apple muss zeigen, dass die Schwäche eine vorübergehende Delle war und keine strukturelle Wachstumsbremse, etwa durch zunehmenden Wettbewerb bei App-Store-Gebühren oder regulatorischen Druck in einzelnen Märkten.
Die Reaktion vom Freitag macht deutlich, wie genau Anleger inzwischen zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen unterscheiden, statt sich allein an der Schlagzeilenzahl zu orientieren. Wer die Entwicklung der einzelnen Apple-Segmente im Detail verfolgen möchte, findet entsprechende Auswertungen auf VAIQ.