← Alle News
Aktien·Luke Michels

Trotz starker Zahlen von TSMC: Warum Infineon, Siltronic und Aixtron weiter abstürzen

Trotz starker Zahlen von TSMC: Warum Infineon, Siltronic und Aixtron weiter abstürzen

TSMC hat mit starken Quartalszahlen überzeugt, doch der europäische Halbleitersektor reagiert mit Verkäufen statt Erleichterung. Infineon, Siltronic, Aixtron und Suss verlieren deutlich, während Analyst Andreas Lipkow von reinen Gewinnmitnahmen spricht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Infineon verliert am DAX-Ende 2,5 Prozent, Vortag bereits 6,3 Prozent
  • Siltronic, Aixtron und Suss brechen um bis zu 4,3 Prozent ein
  • TSMC meldet trotzdem starke Quartalszahlen
  • Analyst Andreas Lipkow spricht von Gewinnmitnahmen im asiatischen Sektor
  • DAX rutscht auch wegen der Chipwerte weiter unter 25.000 Punkte

Eigentlich hätten starke Zahlen des weltgrößten Auftragsfertigers TSMC dem gesamten Halbleitersektor Rückenwind geben müssen. Stattdessen brechen ausgerechnet die europäischen Chipwerte am Donnerstag weiter ein: Infineon verliert am DAX-Ende 2,5 Prozent, nachdem die Aktie bereits am Vortag um 6,3 Prozent eingebrochen war. Siltronic, Aixtron und Suss geben sogar bis zu 4,3 Prozent ab.

Das Paradox liegt auf der Hand: gute Nachrichten aus Taiwan, schlechte Kursreaktionen in Deutschland. Wer verstehen will, warum der Markt die starken TSMC-Zahlen nicht als Kaufsignal interpretiert, muss auf die Stimmung im gesamten asiatischen Halbleitersektor blicken.

Warum verkaufen Anleger ausgerechnet nach guten Zahlen?

Analyst Andreas Lipkow bringt die Erklärung auf den Punkt: Es handelt sich um klassische Gewinnmitnahmen im asiatischen Halbleitersektor, die trotz der starken TSMC-Zahlen einsetzen. Nach der monatelangen KI-getriebenen Rally im Chipsektor nutzen offensichtlich viele institutionelle Anleger genau den Moment starker Ergebnisse, um Kursgewinne zu realisieren, statt neue Positionen aufzubauen. Starke Zahlen werden so paradoxerweise zum Verkaufsanlass statt zum Kaufargument.

Wer trifft es am härtesten und was bedeutet das für den DAX?

Am härtesten trifft es die Zulieferer der Chipindustrie. Siltronic als Waferhersteller und Aixtron als Anlagenbauer für Verbindungshalbleiter reagieren besonders sensibel auf jede Verschiebung der Stimmung im Sektor, weil ihre Geschäfte direkt an den Investitionszyklen der großen Chiphersteller hängen. Auch Suss Microtec als Zulieferer für Belichtungs- und Bondtechnik gerät unter Druck.

Für den DAX kommt die Chipschwäche zur Unzeit: Der Index kämpft ohnehin mit dem Rückgang unter die 25.000-Punkte-Marke, und mit Infineon als einem der schwergewichtigen Indexmitglieder verstärkt der Ausverkauf im Halbleitersektor den Abwärtsdruck zusätzlich. Ob die Gewinnmitnahmen nur eine kurze Verschnaufpause der KI-Rally markieren oder der Beginn einer breiteren Neubewertung sind, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.

IFX.DETSM
Tägliche Analysen mit Einstiegs- & Zielzonen
600+ Assets, VAIQ Score, Fundamentaldaten & Tools, alles auf einer Plattform.
VAIQ entdecken →
Alle Inhalte dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Anlageberatung im Sinne des WpHG dar. Teile dieses Artikels und das Titelbild wurden mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft.