Luke MichelsTrump lehnt Gespräche ab: Wie die Ölpreise jetzt auch die Schwarzmeer-Route ins Visier nehmen

Brent klettert am Mittwoch weiter auf über 92 Dollar, nachdem in Teheran erstmals seit der jüngsten Eskalation wieder die Flugabwehr aktiviert wurde. US-Präsident Trump dämpft zugleich Hoffnungen auf baldige Gespräche mit dem Iran und droht mit weiteren Angriffen, wodurch sich die Sorgen über die globale Ölversorgung nun auch aufs Schwarze Meer ausweiten.
- Brent steigt 1,4 Prozent auf 92,30 Dollar am Mittwochmorgen
- Erstmals seit der jüngsten Eskalation wieder Flugabwehr in Teheran aktiviert
- Trump dämpft laut Bloomberg Hoffnung auf baldige Gespräche und droht mit breiteren Angriffen
- Risikowahrnehmung weitet sich von der Straße von Hormus auf das Schwarze Meer aus
- IEA warnt vor Engpässen bei raffinierten Produkten wie Diesel und Benzin
Am Mittwochmorgen zog der Ölpreis erneut an. Brent notierte im frühen Handel rund 1,4 Prozent höher bei 92,30 US-Dollar pro Barrel. Parallel dazu wurde in der Nacht auf Mittwoch in Teheran erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg wieder die Flugabwehr aktiviert, was die Nervosität an den Rohstoffmärkten zusätzlich befeuerte.
Für zusätzlichen Auftrieb sorgten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der laut Bloomberg am Dienstag die Aussicht auf kurzfristige Gespräche mit dem Iran herunterspielte und zugleich mit weiteren, breiter angelegten Angriffen drohte. Damit verschiebt sich die Risikowahrnehmung der Märkte: Wo bislang vor allem die Straße von Hormus als Nadelöhr galt, rückt nun auch das Schwarze Meer als mögliche neue Konfliktzone in den Fokus der Öl-Trader.
Warum wandert das Risiko jetzt ans Schwarze Meer?
Bloomberg-Daten zufolge preisen die Terminmärkte inzwischen ein Szenario ein, in dem sich die Lieferrisiken nicht mehr allein auf den Nahen Osten beschränken. Eine Ausweitung der Kampfhandlungen würde nicht nur iranische Exporte, sondern potenziell auch Tanker-Routen in Osteuropa betreffen, über die erhebliche Mengen Rohöl und Agrarprodukte laufen. Genau diese Gemengelage aus zwei parallelen Krisenherden treibt die Risikoprämie im Ölpreis derzeit nach oben, ganz ohne dass bereits ein konkreter Zwischenfall am Schwarzen Meer eingetreten wäre.
Wird jetzt auch Diesel knapp?
Verschärft wird die Lage durch eine Warnung der Internationalen Energieagentur, wonach die angespannte Situation im Iran-Krieg die weltweite Versorgung zunehmend unter Druck setzt, insbesondere bei raffinierten Produkten wie Diesel und Benzin. Anders als beim Rohöl selbst ist die weltweite Raffineriekapazität deutlich unflexibler, sodass Engpässe hier schneller auf die Verbraucherpreise durchschlagen können. Wer die Entwicklung der Energiepreise und ihre Wirkung auf einzelne Branchen verfolgen will, findet auf VAIQ entsprechende Einordnungen.