CoreWeave, Iren und Cifr brechen ein: Platzt die Wette auf unbegrenzte KI-Rechenlast?

Die sogenannten Neoclouds, Anbieter von gemieteter KI-Rechenleistung, gerieten nach dem OpenAI-Umsatzbericht besonders stark unter Druck. CoreWeave, Iren und Cifr verloren zwischen sieben und acht Prozent, weil Anleger die Wachstumsannahmen hinter dem KI-Infrastrukturboom neu bewerten.
- CoreWeave verliert 7,8 Prozent, Iren 7,7 Prozent, Cifr 7,3 Prozent am Mittwochshandelstag, den 7. Oktober
- Auslöser ist derselbe Bericht über OpenAIs schwächer als signalisierten Umsatz, der bereits Oracle und Chipwerte traf
- Iren und Cifr sind frühere Bitcoin-Miner, die ihre Infrastruktur auf vermietete KI-Rechenleistung umgestellt haben
- Ein Chip-Index brach parallel um 3,4 Prozent ein, auch der Nasdaq 100 schloss merklich schwächer
- Anleger hinterfragen, ob die milliardenschweren Investitionen in GPU-Kapazität durch echte Nachfrage gedeckt sind
Sie galten als die reinste Wette auf den KI-Boom: Unternehmen wie CoreWeave, Iren und Cifr haben in kurzer Zeit gigantische Rechenzentren mit Grafikprozessoren aufgebaut und vermieten die Kapazität an KI-Labore und Cloud-Kunden weiter. Am Mittwoch, den 7. Oktober, brachen alle drei Aktien zwischen sieben und acht Prozent ein, CoreWeave verlor 7,8 Prozent, Iren 7,7 Prozent, Cifr 7,3 Prozent.
Auslöser war derselbe Bericht, der schon Oracle und die großen Chiphersteller traf: OpenAIs annualisierter Umsatz, also der auf ein Jahr hochgerechnete Umsatz, lag unterhalb dessen, was das Unternehmen zuvor signalisiert hatte. Bei den Neoclouds trifft diese Nachricht aber einen besonders empfindlichen Nerv, weil ihr gesamtes Geschäftsmodell auf der Annahme beruht, dass die Nachfrage nach gemieteter KI-Rechenleistung praktisch grenzenlos wächst.
Warum reagieren gerade diese Werte so heftig?
Iren und Cifr waren ursprünglich Bitcoin-Miner und haben ihre Serverfarmen erst in den vergangenen Jahren auf KI-Infrastruktur umgerüstet, ein Strategiewechsel, der an der Börse bislang mit hohen Bewertungen honoriert wurde. CoreWeave wiederum hat sich fast ausschließlich über langfristige Mietverträge mit großen KI-Kunden finanziert. Wenn nun ausgerechnet der größte und prominenteste Abnehmer von KI-Rechenleistung schwächere Umsatzzahlen liefert als angekündigt, zieht das die gesamte Logik hinter den milliardenschweren Investitionsplänen dieser Anbieter in Zweifel.
Ein Warnsignal für die ganze Branche?
Parallel zum Einbruch der Neoclouds verlor ein Index der Chip-Werte 3,4 Prozent. Auch der Nasdaq 100 schloss merklich schwächer. Ob es sich um eine kurzfristige Überreaktion oder den Beginn einer breiteren Neubewertung der KI-Infrastrukturbranche handelt, dürfte sich erst zeigen, wenn weitere Anbieter ihre eigenen Auslastungs- und Umsatzzahlen vorlegen. Bis dahin bleibt die Frage im Raum, ob das Tempo des Kapazitätsaufbaus tatsächlich von echter Nachfrage gedeckt ist.