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Aktien·Luke Michels

RWE und E.ON vor den Zahlen: Werden Europas Netzbetreiber zu Gewinnern der Stromwende?

RWE und E.ON vor den Zahlen: Werden Europas Netzbetreiber zu Gewinnern der Stromwende?

RWE und E.ON legen am 12. und 13. August ihre Halbjahreszahlen vor, mitten in einer Phase steigenden Strombedarfs durch Elektrifizierung und Rechenzentren. Für RWE erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 0,63 Euro, ein Wert, der zeigt, wie stark sich der Konzern vom Stromerzeuger zum Infrastrukturkonzern wandelt.

Das Wichtigste in Kürze
  • E.ON berichtet am 12. August, RWE einen Tag später am 13. August
  • Analysten erwarten für RWE einen Gewinn je Aktie von 0,63 Euro
  • Beide Konzerne investieren massiv in Stromnetze und erneuerbare Erzeugung
  • In den USA hatten Versorger wie Constellation Energy und Duke Energy zuletzt von steigendem Strombedarf durch Rechenzentren profitiert
  • Die Zahlen zeigen, ob sich ein ähnlicher Effekt bereits in Europas Versorgerbilanzen abzeichnet

In den USA haben Versorger wie Constellation Energy und Duke Energy zuletzt mit Gewinnen überrascht, die deutlich über den Erwartungen lagen, getrieben vom zusätzlichen Strombedarf neuer Rechenzentren. Ob sich ein ähnliches Muster in Europa abzeichnet, zeigt sich in den kommenden Tagen: E.ON berichtet am 12. August, RWE einen Tag später, wobei die Gewinnerwartung für RWE bei 0,63 Euro je Aktie liegt.

Beide Konzerne werden inzwischen weniger als klassische Stromerzeuger gesehen, sondern zunehmend als Infrastrukturkonzerne der Energiewende. E.ON betreibt vor allem Verteilnetze, also die regionalen Stromnetze, die Energie zu Haushalten und Unternehmen bringen, und hängt damit an der Elektrifizierung von Wärme und Verkehr. RWE hat sein Portfolio in den vergangenen Jahren radikal in Richtung Wind- und Solarkraft umgebaut und hält daneben Gaskraftwerke als Absicherung.

Zieht der Strombedarf in Europa nach?

Was in den USA bereits die Bilanzen der Versorger prägt, der zusätzliche Strombedarf durch KI-Rechenzentren, wird in Europa noch zurückhaltender diskutiert, weil der Ausbau von Rechenzentren hier langsamer verläuft als in Nordamerika. Analysten achten deshalb genau darauf, ob E.ON und RWE in ihren Ausblicken bereits höhere Investitionssummen für den Netzausbau ankündigen, ein Signal dafür, dass auch europäische Netzbetreiber zunehmend von der Elektrifizierung profitieren könnten.

Warum wirkt die Gewinnerwartung für RWE so bescheiden?

Der erwartete Gewinn je Aktie von 0,63 Euro wirkt im Vergleich zu US-Versorgern niedrig, spiegelt aber eine andere Geschäftsstruktur wider: RWE hat sich von schwankenden Erlösen aus dem Stromhandel schrittweise in Richtung regulierter, planbarer Einnahmen aus erneuerbaren Anlagen und Netzbeteiligungen bewegt. Allerdings bedeutet der hohe Investitionsbedarf für den Netzausbau auch steigende Verschuldung, und die Erlöse aus dem Netzgeschäft hängen stark von den durch Regulierungsbehörden festgelegten Netzentgelten ab, was die Planungssicherheit einschränken kann. Bestätigt der Konzern am Donnerstag seine Jahresprognose, würde das die These stützen, dass die Umbauphase der vergangenen Jahre nun in stabilere Gewinne mündet.

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